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Pro Wein 2012
04. - 06.03.2012
in Düsseldorf
Halle 4 / Stand G 02
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Interview mit dem Bier- und Wein-Sommelier Rüdiger Meyer |
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Trendsetter gehen jetzt auf Bierverkostung
das Image des Gerstensaftes soll aufpoliert werden. Exklusive Edelbiere werden in Champagnerflaschen abgefüllt. Die Bewegung kommt aus den USA. Nun haben auch deutsche Brauer den Trend entdeckt und brauen Gourmetbiere wie "1598", "Infinium" und "Darkon". Beim Deutschen Brauerbund steht man hinter der Edelbieridee. In Deutschland wird pro Kopf immer weniger Bier getrunken und da muss nach neuen Möglichkeiten gesucht werden. Ein neuer Qualitäts-Gedanke, ein meist noch vernachlässigter Weg, ist eine Möglichkeit das Geschäft anzukurbeln, sagt ein Verbandssprecher.
Herr Meyer, Sie sind Sommelier. Sie nennen das deutsche Bier Einheitsbrause und glauben, dass mit Edelbier der gute Ruf des deutschen Gerstensaftes wiederbelebt werden kann. Wie kommen Sie zu dieser These?
In Deutschland werden pro Jahr ca. 100 Mio. Hl Bier verkauft. Größtenteils handelt es sich hierbei um Industrieprodukte. Sicherlich vergleichsweiße immer noch nach sehr hohen Qualitätskriterien. Doch die Individualität und Vielfalt, die unser Bier über Jahrhunderte zur Weltspitze führten bleiben auf der Strecke. Der Verbraucher nimmt es noch nicht wahr-die Profis der Branche pfeifen es längst von den Dächern, dass andere Länder in Sachen Qualität uns schon überholt haben oder zumindest auf Augenhöhe mit uns sind.
"1598 Fürst Wallerstein Edition Privée " zählt zu den Vorreitern beim Gourmetbier und gilt als das gefragteste Edelbier in Deutschland. Geben Sie uns einen Einblick über die Geschichte und das Besondere an dem neun Prozent starken Edeltrunk, der kleinen bayerischen Brauerei Wallenstein.
1598 erhielt die Brauerei das Braurecht. Einst war dieses Bier der private Haustrunk des Fürstenhauses Oettingen-Wallerstein und seiner persönlichen Gäste. Heute wird er für wahre Genießer weltweit nach dem Originalrezept von Hand gebraut. Nur einmal im Jahr wird dieser einzigartige Haussud von Hand angesetzt und in limitierten Flaschen abgefüllt. Alle Zutaten werden streng nach dem Reinheitsgebot von Hand ausgewählt. 1598 wird dreimal vergoren. Bei der zweiten und dritten Gärung kommen Hefen zum Einsatz die auch bei der Wein- und Schaumweinherstellung verwendet werden. Dies ist die ein wichtiger Faktor für die Aromen- und Geschmacksvielfalt.
Diese Gourmetbiere werden dann ja wahrscheinlich nicht in normalen Biergläsern serviert. Welche Glasart empfehlen Sie und welches Glas von Spiegelau, halten Sie für besonders geeignet?
Es gelten die gleichen Ansprüche und Voraussetzungen, wie auch für ein hochwertiges Weinglas! Zum 1598 empfehle ich die Biertulpe der Spiegelau Serie "Beer Classics".
Die Dichte der Aromen soll bei Edelbieren um ein vielfaches höher sein als bei "normalem" Bier und teils sogar doppelt so hoch als bei einem
Rotwein. Sind Sie der Auffassung, dass die speziellen Biere in Zukunft an der feinen Tafel ein Recht auf Gleichberechtigung mit dem Wein beanspruchen können?
Gleichberechtigung ist noch ein frommer Wunsch. Ich würde mich freuen, wenn Sommeliers und Gastronomen etwas mehr Mut beweisen und den Edelbieren eine Chance geben.
Edelbiere werden in Kategorien wie Aperitif - oder Dessert-Bier eingeteilt und zu bestimmten Speisen serviert. Zu welchem Menü würden Sie Ihre persönlichen Favoriten wählen?
Das hängt, wie beim Wein von vielen Faktoren ab. Ein würziges Pils, ein prickelndes Glas Champagner oder ein trockener Manzanilla sind für mich die drei besten Aperitifs überhaupt.
Wie kann der Gastronom Ihrer Meinung nach am besten Edelbiere bei seinen Kunden anpreisen?
Deutsches Bier braucht Vorreiter, Neues auszuprobieren und sich auch mal von alten Traditionen zu trennen. Ich denke im Augenblick sprechen wir zwar noch von einem Nischenprodukt, aber Edelbiere passen hervorragend in die anspruchsvolle Gastronomie. Genau wie bei anderen neuen Produkten muss auch hier erst einmal Überzeugungsarbeit geleistet werden. Die neuen Geschmackserlebnissen müssen in den Vordergrund gestellt werden. Edelbiere sind sehr vielseitig und spannend. Mit ein bisschen Phantasie ergeben sich unzählige Möglichkeiten.
Vielen Dank für Ihre Ausführungen!
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