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Weintipp Dezember 2012


Spiegelau - Weintipp - Verena Hof Der Weintipp für Dezember kommt von Verena Hof, Sommelière im Restaurant Mark's / Mandarin Oriental München. Seit Juli 2012 überzeugt sie im Team des Sternerestaurants und geht in ihrer Wein- mission mit Leidenschaft, Freude und Wissen auf.

Schon sehr früh hat sich die 26-jährige für die Gastronomie und den Service am Gast entschieden. Während ihrer Zeit in der Käfer Schänke in München, baute Sie ein gesundes Basiswissen über internationale Weine auf. Im Weingut Juliusspital in Würzburg, ein bedeutender Name in der fränkischen Weinwelt, konnte Sie ihre weinfachlichen Kenntnisse enorm erweitern. An der Wein- und Sommelierschule in München legte Sie im Frühjahr 2012 die Prüfung zur staatlich geprüften IHK-Sommelière ab. Im Januar 2012 verzeichnete sie ihren ersten, großen Wettbewerbserfolg. Sie gewann den Nachwuchswettbewerb des Meininger Verlages und wurde "Nachwuchs-Sommelière 2012".

Die Weinempfehlung:
2009 Silvaner "L" Spätlese trocken, Rainer Sauer, Franken    

Der Winzer:
Das Weingut Rainer Sauer liegt am Fuße der Elitelage Frankens "Escherndorfer Lump". Rainer Sauer und sein Sohn Daniel sind Silvaner Spezialisten. Seit den 90er Jahren widmen sie dieser Rebsorte ihre ganz besondere Aufmerksamkeit. Heute keltern sie aus dieser Traube ausdrucksstarke, zeitgemäße Weine mit klaren Profilen. Man erkennt im Wein das Generationenspiel "Sohn und Vater" = "Modern und Konservativ"

"L" steht für Leidenschaft: "Leiden und Schaffen", sagt Rainer Sauer. Im steilen Mittelstück des Eschendorfer Lumps, unterhalb der Vogelsburg, reift der Silvaner bei "ungekühlter Sonneneinstrahlung". Ein sehr tiefgründiger Boden des oberen Muschelkalks, prägt die späteren Weine dieser Lage.   Für die beiden Herren ist die Qualität der Trauben der Schlüssel zum Erfolg. Aus diesem Grund ernten sie ihre Trauben alle selektiv von Hand. So ist es uns möglich, unerwünschte Trauben direkt im Weinberg auszusortieren und nur 100% gesundes Gut zu verarbeiten. Dies macht sich in der Klarheit und Sortenreinheit dieser Weine bemerkbar.

Der Wein:
Ein brillantes, saftiges Gelb erfüllt die Erwartung für diese Spätlese. Wenige Luftbläschen - vom stürmischen Einschenken - weichen, bevor die "innere Ruhe" einkehrt. Fruchtige Aromen liefern einen harmonischen Auftakt. Heimische gelbe und reife Birnen, aber auch Äpfel, sowie ungesüßte eingekochte Aprikosen, stehen im Vordergrund. Am Gaumen spürt man ein aktives Ping-Pong-Spiel zwischen Frucht und Mineralik. Von runden, saftigem Geschmack bis hin zu Flint und "nassem Stein", das sehr typisch für das fränkische Muschelkalk Terroir ist. Langer Abgang und Nachhall. Bis zum letzten Schluck kann man sich nicht entscheiden, welcher der Stile vordergründiger dasteht. Jedoch kann man sagen, dass dieses Gesamtpaket Trinkspaß auf hohem Niveau und Erfüllung ist.

Das Glas:
Authentis Rotweinkelch bietet dem Silvaner "L" die nötige Freiheit

aus der Küche (ich koche auch gerne selber):
Im Schmalz gebratene Medaillons vom Kalbsrücken, dazu Rahmwirsing und neue Kartoffeln mit fein gehackter Blattpetersilie.






Weintipp November 2012


Spiegelau - Weintipp - Kathrin Feix Unser Weintipp für November - von Kathrin Feix, Sommelière und Restaurantleiterin vom Gourmetrestaurant "IL Giardino" im Columbia Hotel Bad Griesbach

Die gebürtige Berlinerin absolvierte ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau in Westerland / Sylt im Restaurant Jörg Müller. Danach hat sie in den Topadressen Deutschlands gearbeitet. Am prägendsten waren die Erfahrungen bei den beiden Sommeliers Frau Susanne Spies (La Table) und Herrn Alfred Voigt ( Residence). Kathrin hat den Abschluss zur IHK- geprüften Sommelière 2003 und den Tea- Master in Gold von Ronnefeldt im Jahr 2011 erfolgreich abgeschlossen. Sehr wichtig ist ihr auch die Aus- und Weiterbildung von Nachwuchskräften, daher ist Kathrin Feix auch Mitglied im Prüfungsausschuss der IHK - Passau.

Birnensekt
2011 Poirée Granite, Grand Cru
Eric Bordelet
Normandie

Eric Bordelet baut auf ca. 10 ha biodynamisch 20 verschiedene Apfel- und Birnensorten an. Er hat früher als Sommelier im 3 - Sterne Restaurant "Arpège" gearbeitet und danach Oenologie studiert. Nun arbeitet er in seinem Familienbetrieb hervorragende Obstweine heraus. Diese gedeihen am besten auf sehr kargen Schiefer- und Granitböden. Geerntet wird nur per Hand, danach werden die Früchte 3-5 Wochen trocken gelagert. Mit einer Originalhandpresse aus dem vorherigem Jahrhundert wird das Obst gepresst. Nach der Gärung wird eine grobe Filtration vorgenommen und in der Flasche findet eine zweite Gärung ohne Zugabe von Zucker statt.

Strahlend klar eingeschenkt ist dieser mittlere goldgelbe Birnensekt wie eine leichte, feinperlige und duftige Verführung im Glas. Es kitzelt einem in der Nase eine sehr saftige Quitte und Birne entgegen, es geht über zu leichten Briochearomen. Eine sehr klare Mineralik mit erfrischender Würzigkeit, nach Minze und Kräutern wird am Gaumen von gelben Früchten begleitet. Die Aromen explodieren förmlich am Gaumen, die frische Säure mit tänzelnder Süße (50g/RZ) sind langanhaltend und zeigen eine charaktervolle Intensität und Länge. Ein leichter Vanilleton harmoniert sehr gut zu der Restsüße, welche sich perfekt mit der eleganten Mousse der Kohlensäure ausgleicht. Hier zeigt sich auch ein erfrischendes Spiel mit blumigen Noten, zarter Nussigkeit und Grapefruit am Gaumen. Und das alles mit einer Leichtigkeit von 4% Alkohol. Da nimmt man gern noch ein zweites Glas.

Die Birnen für den Poiré Granite stammen von sogenannten "Tricentenaire" Bäumen - diese wachsen 100 Jahre heran, geben 100 Jahre Früchte und sterben 100 Jahre. Diese Bäume stehen auf Granitböden, diese bringen eine komplexe Mineralität in den Birnensekt.

Dieser Birnensekt ist am besten als leichter Aperitif oder zum Dessert zu empfehlen.

Speisenempfehlung:
Kabeljau/ Verjus/ Birne
Der Kabeljau ist leicht im Olivenöl pochiert. Eine Hollandaise mit Verjus verfeinert und die rehydrierten Trauben bringen eine zarte säuerliche Note in diese Vorspeise. Die Frische und Leichtigkeit kommt mit einem Birnensalat dazu.

Ziegenfrischkäse/ Birne/ Thymian
Der Ziegenfrischkäse ist zum einen leicht aufgeschlagen und zum anderen als Eis zubereitet. Die erfrischenden Birnenmurmeln sind flüssig gefüllt, was einen fruchtigen und kühlen Effekt in das Gericht bringt. Das lauwarme Birnenkompott mit frischen Thymianblättern geben eine würzige Note.

Als Glas empfehle ich das Champagnerglas von der Willsberger Collection.






Weintipp Oktober 2012


Spiegelau - Weintipp - Christian WilhelmUnser Weintipp für Oktober - von Christian Wilhelm, IHK-zertifizierter Sommelier und Herr über 1000 Weine im Gourmetrestaurant Falco, hoch über den Dächern von Leipzig.

Mit 30 Jahren gehört Christian Wilhelm noch zur jungen Garde von Sommeliers in Deutschland - sein Werdegang führte ihn aber bereits um die ganze Welt. Als 16-jähriger ging der gebürtige Wittenberger bereits in die Lehre zum Hotelfachmann. Der Umgang mit Menschen bereitet ihm seit jeher Freude und sollte zum Lebensinhalt werden. Nach der erfolgreichen Ausbildung lockte die große Welt. Mit 19 Jahren heuerte er als damals jüngster Commis de Rang auf der MS Europa an, in 2 ½ Jahren arbeitete er sich über den Chef de Rang bis hin zum Butler hoch. Nach weiteren Stationen in Österreich und Deutschland ging es im Dezember 2005 in das mit einem Stern dekorierte Restaurant "Fischers Fritz" nach Berlin. Eine Schlüsselstelle in seinem Leben, wie Wilhelm heute berichtet. "Im Leben muss manchmal ein Mensch kommen, der etwas in Dir erkennt und der an Dich glaubt. Wenn er Dich dann noch fördert und Dir Vertrauen schenkt, ist das eines der größten Geschenke überhaupt." Dieser Mensch war Arno Steguweit - damals sein Mentor, heute sehr guter Freund. Das Vertrauen zahlte sich aus. Nach der nebenberuflichen Ausbildung zum Sommelier über die IHK Koblenz, wurde Wilhelm vom Commis Sommelier zum Sommelier im inzwischen mit 2 Sternen und 19 Punkten ausgezeichnetem "Fischers Fritz". Im Herbst 2010 folgte dann der Titel "Berliner Sommelier des Jahres", den eine Jury aus 15 Gourmetkritikern vergibt. Seit Januar 2011 stellt er sich seiner neuen Herausforderung im Restaurant Falco in Leipzig und gehört laut Schlemmer Atlas 2011 zu den "Top 50 Sommelier" in Deutschland.

Der Weintipp:
2006 Zierfandler Grosse Reserve, Weingut Stadlmann, Thermenregion, Österreich

Südlich vor den Toren von Wien gelegen, erlebt die Rebsorte Zierfandler eine Renaissance und ein Weingut hat daran besonderen Anteil, das Weingut Stadlmann in Traiskirchen. Die autochthone weiße Rebsorte Zierfandler wird ausschließlich in der Thermenregion um Gumpoldkirchen angebaut und das auf einer bescheidenen 85 ha Rebfläche. Bei einem Besuch im Sommer 2007 war ich fasziniert von diesen Weinen, besonders von denen der Paradelage Mandel-Höh. Diese und die Grosse Reserve ließen mich in Begeisterung schwelgen. Welch außergewöhnliche Fülle und Kraft. Und das bei einer bemerkenswerten Mineralik und harmonischen Säurestruktur. Diesen besonderen und vollen Stil kannte ich bis dato nur von Smaragd-Weinen aus der Wachau. Nun war das Jahr 2006 sicherlich wie gemacht für die österreichischen Winzer, wird es doch als Jahrhundertjahrgang gefeiert und auch als solches in die Geschichte eingehen.

Da der Zierfandler eine spätreifende Sorte ist kam ihm der lange Sommer zugute. Im jungen Stadium recht knackig, legt er diesen Charakterzug aber in der Reife fast ab. Das etwas mehr an Säure beschert dem kräftigen Wein dann eine erfrischende Lebendigkeit und Eleganz. Die Trauben für die Grosse Reserve wurden bis in den späten November an den bis zu 50 Jahre alten Rebstöcken belassen - wer das Jahr 2006 vor Augen hat, kann sich die Reife und Zuckerkonzentration schon ansatzweise vorstellen. Hier sei zu erwähnen, dass der Zierfandler einen hohen Extrakt erreicht. Dies gepaart mit einer Lagerung von drei Monaten auf der Feinhefe und den anschließenden 18 Monaten im großen Holzfass, verleihen ihm zu Recht den Titel Grosse Reserve.

Und das Geschmacksbild? Der Wein braucht Zeit im Glas, dekantieren ist zu empfehlen. Kritiker des Dekantierens von Weißweinen sei gesagt, Dekanter ist nicht gleich Dekanter. Es gibt Dekanter, die dem Wein einmal mehr oder weniger Oberfläche verleihen, je nach Form. Hier kann jeder nach Gusto selbst entscheiden, was er für angemessen hält. Ich empfehle einen schmalen Weißweindekanter für die Grosse Reserve. Dadurch wird der Wein im Grunde nur gelüftet, denn der Sauerstoff öffnet die Aromen optimal und das Feuerwerk nimmt seinen Lauf am Gaumen. Aromen von vollreifen, teils getrocknete Marillen, begleitet von Maracuja und subtiler, gereifter Würze. Man möchte glauben eine gereifte Riesling Beerenauslese im Glas zu haben, fruchtig & würzig.

Am Gaumen wird das Versprechen eingelöst, was die Nase bereits versprochen hat - Aromenvielfalt pur, untermalt von einer zarten, harmonisierenden Süße. Was das Etikett nicht verrät, die Reserve ist eigentlich halbtrocken. In manchen Jahren taucht sogar die Bezeichnung "lieblich" auf der Rückseite auf. Die Harmonie im Wein und die Aromen profitieren davon, ganz zu schweigen vom hohen Lagerungspotenzial. Die von Natur aus etwas höhere Säure und die bemerkenswerte Mineralik bringen die nötige Balance und Frische in den Wein.

Speisenempfehlung:
Langoustinen aus Guilvinec - gegrillt -
Schweinebauch - in Riesling confiert -
Weisskohl / Malz Bier Extrakt
Eierfrucht & Jalapeños

Die gegrillten Langoustinen bringen von Natur aus eine zarte Süße mit und sind auf einer dünnen Scheibe confiertem Schweinebauch angerichtet. Der Schweinbauch ist mit Hoi Sin, einer Art asiatischer BBQ-Sauce, mariniert. Zur Seite befinden sich Spitzkrautmaki, die eine kohltypische Saftigkeit in das Gericht bringen. Den würzigen Akzent setzt eine mit Jalapeños abgeschmeckte Crème von Auberginen. Der reduzierte Malzbierextrakt wird nur punktiert angerichtet und vollendet diesen Gang, zusammen mit einem intensiven Krustentierschaum.

Glasempfehlung:
Authentis Rotweinglas

Das Rotweinglas gibt dem kräftigen Zierfandler den nötigen Platz sich zu entfalten. Gleichzeitig gibt es dem Wein durch seine schlanke und sich nach oben verjüngende Form nicht zuviel Oberfläche.Das Glas liegt sehr gut in der Hand und der nahtlose Übergang von Stiel und Kelch ist äußerst ästhetisch.






Weintipp September 2012


Unser Weintipp für September - von Stefanie PohlmannStefanie Pohlmann, Sommelière im Restaurant „Goldener Anker“ in Dorsten

Stefanie absolvierte eine klassische Ausbildung zur Hotelfachfrau im Hotel Mercure in Castrop Rauxel und arbeitete danach in mehreren Positionen des renommierten Hotels Hugenpoet in Essen. Seit 2008 war sie im Restaurant Goldener Anker in  Dorsten (1 Michelinstern) unter Björn Freitag (TV Koch) als Serviceleitung tätig, seit Mai 2011 als Commis Sommelière. Mitglied des Sommelier Junior College der Sommelier-Union Deutschland ist sie in diesem Jahr geworden.


Der Weintipp:

2009 ‚M‘ Rouge, (Grenache, Mourvèdre, Syrah,Carignan), Domaine Mas Delmas     
Côtes du Roussillon, Frankreich, Agriculture Biologique

An den Ausläufern der Pyrenäen, ca. 40 km von der französisch-spanischen Grenze, liegt der kleine Ort Rivesaltes im Département Pyrénées-Orientales.

Das Familienweingut von Mercedes und Pierre-André Delmas bewirtschaftet derzeit 14,5 ha mit bis zu 70 Jahre alten Rebstöcken und das in einer der besten Lagen des Roussillon. Dort produzieren Mercedes und Pierre-André nach strengen biodynamischen Richtlinien ihre Weine. Allein der karge Kalkfels bietet den Reben Halt. Ein weiterer Teil der Weinberge, von 3,5ha, befindet sich noch in der Umstellungsphase. Diese werden ab dem Jahrgang 2014 auch Bio zertifiziert sein.

Den Wein. den ich Ihnen vorstellen möchte. handelt von der ganz persönlichen Liebesgeschichte dieses Winzerpaares. Bei einem Ersten Treffen in Mercedes Heimatstadt Barcelona. hat Pierre-André seiner zukünftigen Frau versprochen, einen Wein zu machen, der eine ganz persönliche Liebeserklärung an sie sein sollte und auch Ihren Namen tragen. So war die Idee des M Rouge geboren, der erstmals mit dem Jahrgang 2007 gekeltert wurde.

Für den ‚M‘ Rouge wurden die Rebsorten Grenache, Mourvèdre, Syrah und Carignan zu einem ausgewogenen und unvergleichlich gutem Rotweincuvée vereint. Grenache und Mourvèdre durchlaufen eine gemeinsame Maischegärung für 21 Tage und werden täglich bewegt. Nur so erhält der Wein seine optimalen Fruchtnuancen. Syrah und Carignan reifen separat für 10 Monate im Eichenfass. Der Wein besticht durch ein funkelndes Purpur bis Schwarzrot.

In der Nase scheinen sich beinahe alle Aromen des Süden Frankreichs zu tummeln. Ein Zusammenspiel von dunkler saftiger Kirsche, Kräutern wie Thymian und Rosmarin, abgerundet durch feine Vanille. Am Gaumen spiegelt sich die ausgeprägte Frucht gleich wieder und hinterlässt eine starke, langanhaltende Gewürzkomponente im Abgang.

Dieses noch junge Cuvée besitzt bereits gut gereifte Tannine, die am Gaumen samtweich sind und ein hervorragendes Lagerpotenzial versprechen. Optimal zu genießen ist der Wein bei einer Trinktemperatur von 16-18°C und sollte zwei Stunden vor dem Genuss unbedingt dekantiert werden.


Speiseempfehlung: 

Der ‚M‘ Rouge passt ausgezeichnet zu kräftigen Fleischgerichten vom Grill. Er bildet eine gute Harmonie mit den Röststoffen und Rauch-Aromen des Grills. Weiterhin kann er gut mit den beim Grillen üblichen pikanten und ebenfalls aromatischen Saucen mithalten.


Glasempfehlung:

Meine Glasempfehlung dazu ist der Rotweinkelch aus der Style Serie von Spiegelau. Diese Glasserie ist geprägt von einem klaren, modernen Design. Sie bietet dem Wein genug Raum sich zu entfalten, ist praktikabel einzusetzen, weil die Gläser nicht nur spülmaschinentauglich sind, sondern auch bruchfest.






Weintipp August 2012

Nina Mann

Unser Weintipp für August - von Nina Mann, Commis Sommelier Hotel Kronenschlösschen/Rheingau

Nina Mann erlernte den Beruf zur Hotelfachfrau in einem kleinen Hotel in Wemding im Nördlinger Ries. Schnell merkte Sie dass das Restaurantleben ihre Berufung ist und es zog sie an den wunderschönen Tegernsee. Hier, und mitunter an anderen Stationen, erlernte Sie den gehobenen Service und somit auch den Umgang mit Wein. Vom Thema gepackt absolvierte Nina den Sommelier Kurs der IHK in München und erwarb praktische Kenntnisse zur Weinbereitung im Weingut Haidle im Remstal. Anschließend arbeitete sie als Commis Sommelier im Kronenschlösschen im Rheingau. In gleicher Position ist sie jetzt seit März in der Villa Leonhard in Königswinter beschäftigt.


Der Weintipp

2008 Graacher Himmelreich, Riesling Kabinett, Weingut Willi Schaefer, Graach, Mosel

Jeden Tag geht Herr Schaefer persönlich hinaus in sein kleines (nur 3,5 ha), aber feines Königreich und kümmert sich eigenhändig mit Sohn Christoph um sein Volk: Traumhaft alte Rebstöcke besten genetischen Ursprungs, teilweise wurzelecht und uralt (!), die wunderbare kleinbeerige Träubchen tragen und die sich mit ihren tiefgründigen Wurzeln in den steilen Moselhängen in einen weltberühmten Schatz eingegraben haben: Verwitterter, weicher Schieferboden der allerfeinsten Art!! Willi Schaefer, einer der Stillen und Leisen im Lande, der so bescheiden auftritt, dass viele in Deutschland gar nicht mal bemerkt haben, welche weltklasse Weine in seinen legendären Lagen wachsen, trotz seiner mittlerweile über 30jährigen Winzerlaufbahn. Er hat seine Vision verwirklicht: die glockenklare Mineralität im Schiefer zum Klingen gebracht!!

Den Kabinett aus dem Himmelreich öffnet man mit Vorfreude, gerade der Jahrgang 2008 begeistert mich: dieser Wein spielt sein Spiel mit zwei Gesichtern – auf der einen Seite ist er schmetterlingsartig, elegant und fesselnd wie der hinreisende Tanz einer Ballerina. Auf der anderen Seite beeindruckt er durch ungemeine Dichte und Vielschichtigkeit, der Fels auf dem er gewachsen ist springt einem regelrecht ins Gesicht, eine umwerfende Wirkung. Für einen Sekundenbruchteil verliert man sich dann völlig in der eleganten trotzdem sich verschenkenden Frucht, man schwebt durch weiche Wolken aus gelber Frucht, wie voll ausgereiftem Granny-Smith, Zitronenzesten, rosa Grapefruit und weißem Pfirsich. Dieser Eindruck ist so abgerundet und scharf auszumachen, nichts eckt an und stört das Gesamtbild. Dazu betörende, noble Würzanklänge, deren Aroma sich mit der Mineralität mischt. Koriander, Anis und Ingwer fließen mit dem rauchigen Schiefer dahin, so klar wie ein Gebirgsbach im Frühling.

Im Mund wird nun klar, woher dieser Wein seine aufregende Nase nimmt. Willi Schaefer hat es verstanden diesem Riesling die nötige Süße zu verleihen. Sie ist brillant und auch cremig und füllend, das perfekte Pendant zu der Säure, welche sich absolut durchsetzen und Oberhand gewinnen will, sich aber den schmeichelnden Händen des verbliebenen Zuckers hingibt.

Speiseempfehlung:
Milchferkel mit Rosenrhabarber und orientalischer Falafel.

Die weiche Struktur des Fleisches wird durch die Mineralität und Säure belebt. Der Rhabarber sorgt durch seine fruchtige und saftige Säure dass die Süße des Weines nicht zu opulent im Gericht, speziell im Zusammenhang mit dem Fleisch, wirkt. Dafür ist diese genau richtig für den würzigen Falafel, sie nimmt die Schärfe und fügt die Beilage perfekt ins Bild mit ein.

 

Glasempfehlung:
Der Wein zeigt seinen vollen Glanz im Weißweinkelch von Spielgelau aus der Kollektion „Hybrid“ bei einer Trinktemperatur von 7° C






Weintipp Juli 2012

Verena Herzog Der Weintipp für Juli kommt von Verena Herzog, freiberufliche Sommelière und Weinakademikerin. Seit fast ast 20 Jahren beschäftigt sich Verena Herzog mit dem Thema Wein. Das Feuer entfachte während der Lehre zur Hotelfachfrau, die sie in ihrer Heimatstadt Seesen am Harz absolviert hat. Nach der Lehre folgte der "Feinschliff" in der Traube Tonbach in Baiersbronn, sowie in der Dichterstube im Parkhotel Egerner Hof. Es folgte die Ausbildung zum IHK geprüften Sommelier an der Deutschen Wein- und Sommelierschule in Koblenz und im Anschluss an die Gastronomie sammelte Verena Herzog Erfahrungen im Handel, parallel dazu begann sie die Ausbildung zur Weinakademikerin in Geisenheim. Seit 2005 ist Verena Herzog freiberuflich tätig, vor allem im Beratungs-, Seminar- und Schulungsbereich. Zu ihren Kunden gehören bekannte Hotelgruppen, der Lebensmittel- handel und verschiedene Vertriebsgesellschaften. Daneben versteht sie es, charmant und kompetent verschiedenste Weinveranstaltungen zu moderieren und die Gäste mit ihrer Begeisterung und "Wein-Lebensfreude" mitzureißen. Sich im Weinbereich auf bestimmte Rebsorten oder Stilistiken festzulegen mag sie nicht, dennoch hat sie ihre Lieblinge, zu denen sie immer wieder zurückkehrt: Riesling und Pinot Noir. Was ihr sehr wichtig ist: Durch die Weinwelt reisen, so oft es geht, um immer am Ball zu bleiben, denn die Weinwelt entwickelt sich schnell. Es gibt immer neue Themen, neue Regionen, neue Möglichkeiten im Anbau und im Keller - es bleibt spannend!

Der Weintipp
Prosa Blauburgunder Rosé Perlwein, Weingut Meinklang, Neusiedlersee

Während der letzten Weinreise nach Österreich habe ich diesen unglaublich fruchtigen, saftigen und feinperligen Rosé probiert, dessen Geschmack mir immer noch auf der Zunge liegt. Reife Erdbeeren, dezente fruchtige Süße und animierende Säure, unbeschwert, sommerlich und einfach sooo gut! Es war der erste Wein in der Verkostung, der uns einstimmen sollte auf das Weingut und die folgenden Weine. Die erste Überraschung, der weitere folgten….

Das Weingut Meinklang liegt in Pamhagen, im Osten des Weinbaugebietes Neusiedlersee. Die Region kennt man….berühmt geworden durch großartige Süßweine, die sich ohne Mühe in die Spitze der weltbesten Qualitäten einordnen lassen. Doch auf den 7.649 ha gibt es noch ausreichend Potential für weitere Weinarten, körperreiche Weißweine und kraftvolle Rotweine haben hier ebenso ihr zuhause.

Meinklang besitzt in der Region 70 ha Weinberge, in denen unter anderem Grüner Veltliner, Traminer, Grauburgunder sowie Zweigelt, Blaufränkisch oder Sankt Laurent angebaut werden. Auf dem Mosaik verschiedenster Bodenstrukturen, die von Löss und Schwarzerde bis zu Schotter und Sand reichen, finden hier viele Sorten "ihr" Plätzchen. Soweit unterscheidet sich das Weingut nicht von den Nachbarn. Wer jedoch die Möglichkeit hat, einmal selbst in die Weinberge zu schauen, wird schnell merken, dass hier einiges anders ist.

So finden sich z. B. in einem ca. 10 ha großen Weingarten, wie zufällig hineingestreut, kleine Inseln, in denen je ein Obstbaum (oder Mandeln, Quitten) steht, umgeben von Sträuchern, Kräutern, Blumen und Gemüse. Ein Paradies für Vögel, Insekten und anderes Kleingetier.

Ein anderer Weinberg, der "Weißsee" sieht ziemlich verwildert aus! Wie "Kraut und Rüben" denkt manch Ahnungsloser, der hier vorbeispaziert. Wo alle anderen Weinberge doch so akkurat gestutzt wurden……
Dieser erste Weingarten von Meinklang ist ein Versuchprojekt, das sich so erfolgreich entwickelt hat, dass in Zukunft weitere Weinberge umgestellt werden. Der Vorteil? Die Weinstöcke finden zu ihrem natürlichen Gleichgewicht, bringen sehr kleine, saftige Beeren mit besonders hohen Extraktwerten und dicker Schale. Ein Traum für viele Winzer!

Im Keller weitere Entdeckungen. Die Schatzkammer, der "heilige Ort" des Weingutes, ist nicht gefüllt mit Weinen, sondern ein Gewölbekeller mit einer unbehandelten Holztruhe in der Mitte des Raumes. Öffnet man diese, findet man die Seele von Meinklang. Extrakte aus Kamille, Schachtelhalm und Brennessel, sowie schneeballgroße Kugeln aus verfeinstofflichtem Kuhdung und Kuhhörner. Die Wirkstoffe, mit denen die Reben gestärkt und behandelt werden.

Spätestens jetzt wissen Sie, wie die Philosophie von Meinklang lautet: Biodynamie! ...und wer einem seine Arbeitsweise so lebensnah, überzeugt und leidenschaftlich nahe bringt, wie die Familie Michlits, braucht sich um Fans nicht sorgen.

Früher hatte man fast Angst vor "Bio-Weinen", es galt zwar als gesund, aber was gesund ist schmeckt meist nicht. Heute hört man von vielen der besten Weinproduzenten der Welt: im Keller kann man fast nichts mehr verbessern, der Weg zu großen Weinen führt über den Weinbau…..den biodynamischen!

Die Qualität der verkosteten Weine hat mich daran nicht zweifeln lassen.

Speisenempfehlung
Der Prosa ist wunderbar charmant und sommerlich, intensiv fruchtig, sauber und saftig. Er benötigt nicht unbedingt Begleitung und ist der perfekte Perlwein für sommerliche, beschwingte Stimmung. Ein Perlwein, den man einfach "aus Lust und Laune" genießen kann, aber auch zu sommerlichen Gemüsegerichten wie Zucchini-Quiche mit Zitronenthymian oder Garnelen-Melonensalat mit Thai-Basilikum. Die angenehme, feinperlige Kohlensäure des Prosa entsteht übrigens durch eine natürliche zweite Vergärung!

Glasempfehlung
Authentis Weißweinglas

Ein Klassiker in meinem Gläserschrank. Perfekt ausbalanciert liegt das Glas sehr gut in der Hand und lässt leichten, fruchtbetonten Weißweinen, sowie frischen Rosés genug Raum zur Entfaltung.
Der Prosa kann auch sehr gut aus dem Champagner-Kelch genossen werden. Ich mag jedoch die großzügige Fruchtaromatik, die der Prosa verströmt, wenn dieser aus dem Weißweinglas getrunken wird.






Weintipp Juni 2012

Tommy Hergenhan Der Weintipp für Juni von von Tommy Hergenhan.

Tommy Hergenhan ist Sommelier und Restaurantleiter im Restaurant Hof Wesendrup im Landhaus Eggert. Er arbeitet dort zusammen mit Jörg Meiner, der unter anderem Stationen in der Auberge de L´ Lill in Illhäusern und im Restaurant Louis C. Jacob in Hamburg, durchlaufen hat. Der 28 - jährige Thüringer absolvierte seine Ausbildung zum Hotelfachmann in Oberstaufen im Allgäu, bevor er sich nach einer zusätzlich Ausbildung zum Koch in das Thema Wein verliebte und es zu seiner gewünschten beruflichen Passion werden ließ. Nach einigen Jahren Berufserfahrung in der gehobenen Gastronomie machte er 2011 an der Deutschen Wein - und Sommelierschule Hamburg seinen Abschluss zum IHK geprüften Sommelier. Seit einem halben Jahr ist Tommy Mitglied des Sommelier Junior College der Sommelier Union Deutschland. Seine Weinempfehlung: 2011er Petit Clos Sauvignon Blanc, Clos Henry.

Das Weingut: Die Besitzer des Ende der 90er Jahre entstandenen Weinguts im Bereich Marlborough ist die Familie Bourgeois aus dem Gebiet Sancerre an der Loire. Nach einer langen Suche und dem anfänglichen Gedanken eines zusätzlichen Weinguts in Argentinien, fand die Familie im Jahre 1999 hier in Marlborough die optimalen Bedingungen, um einen Wein nach Ihren Vorstellungen zu kreieren. Viele Bodenproben und die Suche nach dem besten Terroir gingen voran, bis sie sich entschloss, ein 120 ha großes Stück Land mit aus Frankreich importierten Rebstöcken zu veredeln. Geführt durch ein junges Team von Oenologen aus Frankreich und Italien, gehört dieses noch junge Weingut schon heute mit seinen Sauvignon Blancs zur absoluten Spitze im Neuseeländischen Weinbau.

Der Wein: Der 2011 Petit Clos präsentiert sich in einem hellgelben, mit grünlichen Reflexen versehenen Gewand bei mittlerer Viskosität. Die überragende Aromenvielfalt in der Nase, die von typischer Zitrus- und Stachelbeere über frische Wiesenkräuter und nassen Steinen, bis hin zu eher exotischen Fruchtaromen reicht, lässt direkt auf eine ganz neue Form vom sonst oft etwas plump mit Exotik überladenen Neuseeland- Sauvignons schließen. Am Gaumen präsentieren sich die kompakten Fruchtaromen, von einer frischen Säure getragen, fast leicht flüssig. Der Nachhall bestätigt noch einmal die Ausgewogenheit und Balance mit einem fast nicht enden wollenden Finale. Ein tolles Beispiel vom perfekten Zusammenspiel zweier Stilistiken, die in Harmonie zusammen gebracht wurden.

Das Glas: Das Glas sollte nicht zu groß, aber den Wein auch in seiner Aromenvielfalt nicht einschließen. Eine gute Mitte findet man mit dem Weißweinkelch aus der Hybridserie von Spiegelau.


Meine Speisenempfehlung: Jörg Meiner begleitet diesen Wein mit einem Tatar von der Jakobsmuschel und sautierter Languste, in Kombination mit Zweierlei von der Avocado und Hibiskusgelee.






Weintipp Mai 2012

Johannes Lüddens Der Weintipp für Mai von:
Johannes Lüddens, IHK geprüfter Sommelier und derzeit für den Mövenpick Weinkeller in Hamburg tätig.

Der in Kiel geborene Johannes, Jahrgang 1976, fand seinen Weg in die Gastronomie eher über Umwege. Neben der Lehre zum Bauzeichner verdiente er sich etwas Geld nebenher in den gastronomischen Betrieben der Umgebung. So absolvierte er danach eine Lehre zum Hotelfachmann und arbeitete in namhaften gastronomischen Betrieben wie dem Kronenschlösschen in Hattenheim, dem Gasthof Post in Lech und dem Schlosshotel Prinz von Hessen in Friedewald. 2001 schloss er seine Ausbildung zum IHK geprüften Sommelier an der IHK Koblenz ab. Erfahrungen im Privathotel Lindner und bei Rindchens Weinkontor schlossen sich an. Als die Niederlassung der Deutschen Wein- und Sommelierschule in Hamburg gegründet wurde, zeichnete sich Johannes Lüddens dafür verantwortlich. Seit dieser Zeit ist er auch als Regionalsprecher "Nord" für die Sommelier-Union Deutschland tätig. Seit 2008 ist er verantworlich für den Mövenpick Weinkeller Hamburg, wo er einen vielfältigen und anspruchsvollen Kundenkreis zu betreuen hat.

Sein Weintipp: 2010 Riesling "Devon" Brauneberger Juffer Weingut Günther Steinmetz, Mosel

Das Weingut Steinmetz ist ein Familienbetrieb mit 8 Hektar Reben in Steillagen um den Ort Brauneberg. Seit 1999 führt Stefan Steinmetz den Betrieb. Die Trauben werden von Hand geerntet, ohne mechanische Belastung verarbeitet und ohne Reinzuchthefen vergoren.

Der 2010 Riesling "Devon" stammt aus der Parzelle Hasenläufer innerhalb des Brauneberger Juffer. Aufgrund eines Felseinbruches ist der Schieferboden hier vermischt mit Quarzsand und Kies und bringt daher immer besonders eigenständige Weine hervor. Der Wein wurde lange auf der Feinhefe gelagert und insgesamt 14 Monate im Stückfass ausgebaut. Frucht, Frische und Körper sind herrlich ausbalanciert (9,5 g/l Säure - 14 g/l Restzucker - 11% Alkohol).

Jung und wild mit langem Atem… Devon ist nicht nur Name, sondern Programm. Die Herkunftstypizität dieses Weines springt einen förmlich an. Wirkt im ersten Moment fast nervig, leicht röstig. Doch nach dem Bruchteil einer Sekunde wieder schön verpackt in einem Füllhorn von herben Zitrusfrüchten, grünem Apfel, weißem Pfirsich, Aromen von exotischen Früchten wie Ananas, lassen auf eine hohe Konzentration schließen. Feine Spürnasen entdecken florale Komponenten des Bouquets, die an Rosen erinnern. Der Auftakt am Gaumen ist erfrischend wie ein Sprung in die Mosel an einem heißen Sommertag. Angenehme Säure wird am Gaumen abgelöst von einer packenden Mineralität. Die Zunge wird staubtrocken, die Zähne leicht stumpf… Darf es was zu Essen dazu geben? Aber ja! Doch lassen Sie mich erst den saftigen, langen Nachhall genießen. Jetzt schon trinken? Gefährlich lecker! In den Keller legen? Gute Idee!

Speisenempfehlung: gebratener Kabeljau und lauwarmer Salat von Spargel und Pfirsich an milder Vinaigrette (nur ganz wenig Essig, mit Weißwein ergänzen und dann mit etwas Brühe und Pfirsichsaft aufschlagen). Geröstete Pinienkerne oder Walnüsse und frischen Kerbel.
Als Begleitung zum Wein empfehle ich ein Mineralwasser mit wenig Kohlensäure.

Glasempfehlung: Dieser Wein braucht ein edles Glas. Es sollte dem Wein in einem breiteren Kelch Oberfläche geben und sich im Kamin verjüngen damit die Vielschichtigkeit und die Feinheiten des Bouquets zur Geltung kommen.

Meine Empfehlung: Weißweinkelch Adina Prestige oder Authentis






Weintipp April 2012

Arno Steguweit Der Weintipp für April von:
Arno Steguweit, seit zwei Jahre selbständig mit Beratung und Weinhandel mit der Firma "Wine and Waters" in Berlin. Arno hat vor seiner Selbständigkeit bei gastronomischen Topadressen die verschiedensten, leitenden Postionen bekleidet, wie z.B. im Hotel Söl`ring Hof auf Sylt, oder im "Fischer's Fritz" im Regent Hotel in Berlin, wie auch im Restaurant "Lorenz Adlon" im Adlon Berlin. Er hat die Deutsche Wein- und Sommelierschule in Berlin abgeschlossen mit dem Titel "IHK geprüfter Sommelier" und ist der Gewinner zahlreicher Wettbewerbe. 2007 wurde ihm der Titel "Berliner Sommelier 2007" verliehen und 2008 der Titel Chevalier de l'ordre de coteaux de Champagne".

Hier sein Weintipp:
2007 Bella's Blend, Ehret Family Winery, Knights Valley, Kalifornien, USA

Der Winzer Pierre Ehret, in Düsseldorf geboren ist mittlerweile nach Stationen in Berlin und Frankreich in Kalifornien mit seiner amerikanischen Frau Susan heimisch geworden. Durch seine Leidenschaft zum Wein entschied er sich 1996 zum Gründen eines Weinguts - der EHRET FAMILY WINERY. Die American Viticultural Area (AVA) Knights Valley ist ein Gebiet besonderer Güte und der höchsten Durchschnittstemperatur in Sonoma County - daher bekommt die Höhe der Weinberge hier eine besondere Bedeutung. Die Weinberge der Ehret Weine liegen einen Steinwurf von denen von Sir Peter Michael - dem großen Weinmacher des Knights Valley entfernt. Das Gebiet ist vom marinen Einfluss des Pazifiks geschützt und die Weinberge befinden sich auf bis zu 300 Meter über dem Meeresspiegel und behalten so ihre klare Frische. Große Temperaturunterschiede fördern die Aromenausbildung und begrenzen den Verlust der Säure der Trauben. Ähnliche klimatische und geologische Voraussetzungen wie im Bordeaux, prädestinieren zum Anbau der typischen Rebsorten. Die Ehret Weinberge befinden sich im nördlich von Calistoga und östlich des Alexander Valley. Über die Hälfte der Flächen werden mit roten Rebsorten angebaut, einer besonderen Leidenschaft von Pierre.

Der Wein
Die Trauben dieses wunderbaren Blend aus 63% Cabernet Sauvignon, 18,5% Cabernet Franc & 18,5% Merlot stammen von den steinigen, vulkanischen Hängen des Weingutes. Nach der Handlese erfahren sie einen feinfühligen Ausbau im Keller, mit einer Reifezeit von 24 Monaten in Barrique Fässern aus 100% französischer Eiche, von denen 1/3 zum ersten verwendet wurden. Im Glas präsentiert sich ein Wein von tief schwarzer Eleganz mit purpurnen Reflexen am Rand. Bereits jetzt lässt sich die Intensität dieses Weines nur zu gut erahnen. In der Nase zeigt er sich voll Komplexität mit intensiven Aromen von süßen, gedörrten Pflaumen, Schwarzkirschen, sowie feinen Noten von Zimt und Zedernholz; auch etwas samtig-süßliches wie Vollmilchschokolade lässt sich nicht verbergen. Am Gaumen wirkt der Bella's zunächst sehr schmeichelhaft und geradezu elegant, um im weiteren Verlauf sein wahres Können zu entfalten. Ein opulenter Körper und sein ausgewogene Struktur verleihen dem Wein eine subtile Mächtigkeit, die sich im langanhaltenden Nachhalten zu besonderem Genuss entwickelt. Es bleibt ein bewegender Eindruck des genialen Zusammenspiels von Opulenz und Weichheit, der Freunden üppiger Rotweine Weine ein besonderes Erlebnis bereitet. Für mich ein Kalifornier, wie er im Buche steht - aber Vorsicht! 15% vol. Alkohol sind nichts für schwache Nerven. Von diesem außergewöhnlichen Wein gibt es nur eine winzige Produktion von gerade einmal 4800 Flaschen.

Das Glas & die Temperatur
Ich war schon immer ein Freund von viel Luft für entsprechend große Weine, daher kann ich nur empfehlen den Wein bereits zeitig zu karaffieren. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass der Wein nicht zu schnell, zu viel Sauerstoff bekommt, sondern sich nach dem Umfüllen langsam entfalten kann - dies verhindert, dass der Wein zu schnell "breit" wird und erhält die Vorfreude für den ganzen Abend. Am idealsten eignet sich in meinen Augen dafür der Grand Palais Exquisit Dekanter, denn den man sogar verschließen, und so der Wein nimmt keinerlei ungewünschten Gerüche an. Nach einiger Zeit in dieser eher schmalen Karaffe bewahrt man sich die Freude, dass der Wein später im Glas weiter lebt und sich von Schluck zu Schluck, ganz wie ein Chamäleon, stetig wandelt. Dabei sollte der Wein nicht zu warm sein, denn warm wird er im Glas von alleine… Etwa 16°C erscheinen mir angebracht, um den Wein auszuschenken, so erlebt man das Aufblühen im Glas umso intensiver. Beim Glas mag ich es etwas markanter in der Form, aber es muss fein und fragil in der Hand und an den Lippen sein. Mein Favorit in Optik und Haptik ist hier das Bordeaux Glas aus der Willsberger Collection von Spiegelau.

Meine Speisenempfehlung zu Bella's Blend
Dieser Wein verträgt sich am besten mit saftig, kräftigen Fleischgerichten vom Rind; vornehmlich gegrillte Steaks vom Holzkohlegrill (getrocknete Rebstöcke werden ja die wenigsten zu Hause haben) oder langsam Geschmortem - zu viele Beilagen wären hier nur störend… : Aber auch Wildpfeffer vom Hirsch, Elch oder Springbock mit Spätzle und Preiselbeeren ergeben eine wunderbare Kombination. Oder man genießt den Bella's ganz einfach zur verdienten Zigarre nach dem Essen in geselliger Runde und zum Ausklang des Abends.






Weintipp März 2012

Björn Zimmer Der Weintipp im März kommt von Björn Zimmer, Sommelier im Lido Restaurant im Düsseldorfer Medienhafen. Er arbeitet dort zusammen mit Florian Ohlmann, der zuletzt als Sous Chef im Ducasse Restaurant "Jules Verne" gekocht hat.

Der 31- jährige Düsseldorfer Björn Zimmer kam auf Umwegen in die Gastronomie. Nach einem Studium der Soziologie und Geschichte, absolvierte er seine Ausbildung zum Restaurantfachmann. Über den AIS Sommelier Roberto de Santis entdeckte er die Liebe zum Wein. Nach einigen Jahren Berufserfahrung in Gastronomie und Handel machte er seinen Abschluss an der Deutschen Wein und Sommelier Schule Koblenz zum IHK geprüften Sommelier. Seit einem halben Jahr ist Björn Mitglied des Sommelier Junior College der Sommelier-Union.

Seine Weinempfehlung
2007er Grange des Pères rouge, Domaine de la Grange des Pères

Der Winzer
Laurent Vaillé, der u.a bei Coche Dury und Chave lernte, gründete 1992 sein Weingut im Languedoc, genauer in der Gemeinde Aniane. Und wie viele Erfolgsgeschichten fing auch die von Vaillé damit an, dass man ihn zu Beginn als verrückt bezeichnete. Seiner Zeit voraus erkannte er, dass die für seinen Weinstil besten Lagen, die kühleren sind und pflanzte in den höchsten Lagen im "cool climate". Darüber hinaus schuf er mit 20% Cabernet Sauvignon den ersten "Super - Tuscan des Languedoc", und schließlich sind seine sehr raren (ca. 20.000 Flaschen) und gefragten Weine noch heute als "Vin de pays d'Herault" klassifiziert.

Der Wein
Der 2007er zeigt sich in einer dichten schwarz-violetten Farbe bei mittlerer Viskosität. In der Nase wirkt der Grange des Pères gerade in Bezug auf Farbe und Herkunft sensationell frisch. Zwar finden wir die typischen Pflaumen und Cassisnoten von Syrah, Mouvedre und Cabernet Sauvignon, doch wird dieser Duft fein unterstrichen von kräutrigen Noten wie Thymian, Salbei und Rosen, sowie einer selten frischen Kaffee & Zimt Würze, die ätherisch und lebhaft wirkt. Am Gaumen zeigt sich ein präsentes, dichtes und feinkörniges Tannin, sowie eine herrlich frische Säure, wie sie ausbalancierter nicht sein könnte. Im Nachklang bestätigen sich die Fruchtnoten und es bleibt ein langes, würziges Crescendo. Und genau diese Finesse und Eleganz unterscheidet ihn von den konzentrierten, bekannten Fruchtbomben und gibt für mich dem Wein den Anwärtertitel auf den Status: "Grand Cru de Languedoc".

Das Glas
Für ein großes Gewächs benötigt der Weinliebhaber ein großes Glas um keine Aromen einzusperren - der Duft muss sich voll entfalten! Da der Wein aber noch recht jung ist empfehle ich in seiner Jugendzeit ein ausgewogenes Glas für Eleganz und Frucht: Das Bordeaux Glas aus der Hybrid - Serie ist dafür die richtige Wahl.

Was gibt es zu essen?
Florian Ohlmann begleitet diesen Wein mit Ochsenbacke aus der versiegelten Cocotte, gegart bei 62 Grad für 2 Tage. Mit in der Cocotte schmoren wir etwas Speck, unterstreichen somit Würze und Kraft. Perlzwiebeln werden die Frische erstaunlich hervorheben!






Weintipp Februar 2012

Sabrina Gabriel Der Weintipp für Februar
Unseren Weintipp im Monat Februar erhalten Sie von Sabrina Gabriel, Sommelière in der Hanse Stube des Excelsior Hotel Erst in Köln.

Sabrina Gabriel absolvierte eine klassische Ausbildung zur Hotelfachfrau im Dom Hotel à le Méridien in Köln und arbeitete danach - nach weiteren Stationen - als Demi Chef de rang im neu eröffneten "Wein am Rhein" und kurze Zeit als Commis Sommelière bei Christina Fischer. Sie schloss erfolgreich den Kurs zur IHK geprüften Sommelière ab und erwarb praktische Erfahrungen bei Winzer Johann Ruck in Franken. Seit über einem Jahr unterstützt sie das Team des Excelsior Hotel Ernst und ist seit kurzem Mitglied des Sommelier Junior College der Sommelier-Union Deutschland e.V.

MEIN WEINTIPP:
2009 Riesling trocken vom Schieferboden, Weingut von Racknitz, Nahe, Odernheim

Seit 2003 sind Louise Freifrau von Racknitz-Adams und Matthias Adams die passionierten Eigentümer und Weinmacher des 14 ha großen ehemaligen Gutshofes des Klosters Disibodenberg in Odernheim an der Nahe.
Das Winzerpaar arbeitet nach den Richtlinien des ökologischen Weinbaus und vergärt seine Weine spontan mit langer Lagerzeit auf der Feinhefe.
Das Sortiment ist in ein Drei-Stufen-System gegliedert :
  • Gutsweine: Trinkspaß für jeden Tag
  • Gesteinsweine : so schmeckt Terroir
  • Grand Cru Weine : eindeutiger Ursprung
    Bis auf den edelsüßen Bereich wird komplett auf Prädikatsstufen verzichtet.

    An dem Riesling vom Schieferboden gefällt so gut, das sich die Gäste schnell davon begeistern lassen. Die Säure ist gut eingebunden und wird von Extrakt und Mineralität getragen. Dazu kommt eine schöne Gelbfruchtigkeit von Pfirsich, Äpfeln, Aprikose und Zitrone mit ganz leichten exotischen Anklängen (Ananas, Maracuja), die diesem saftigen Wein den Trinkspaß verleihen. Besonders großartig finde ich, dass das Gestein, bzw. Terroir, so schön und deutlich herauszuschmecken ist. Man riecht den Schiefer und man schmeckt ihn auch!

    Speisenempfehlung:
    Jakobsmuscheln mit Blutwurst gratiniert und Gelée von Maracuja.
    Ein Wein, der die zarten Jakobsmuscheln nicht übertönt, mit dem Salzgehalt der Blutwurst zurechtkommt und im Maracujagelée seine Fruchtigkeit wiederfindet.

    Glasempfehlung:
    Ich würde den Wein bei 10 °C in einem Spiegelau Authentis Weißweinglas servieren.






  • Weintipp Januar 2012

    Philipp Hettic Der Weintipp für Januar
    …kommt dieses Mal von Philipp Hettich, Geschäftsführer Weingut Salwey in Oberrotweil - zur Zeit noch Mitglied des Sommelier Junior College. Philipp kommt aus einer alten Weinbaufamilie in Bahlingen am Kaiserstuhl und absolvierte - nach dem Abitur - eine Lehre zum Restaurantfachmann im Freiburger Colombi Hotel. Im Jahr 2007/2008 arbeitete er als Chef de rang im Gourmet Restaurant der Hans Herzog Winery in Marlborough, Neuseeland. Nach Praktika bei Bernhard Huber in Malterdingen und auf Schloss Ortenberg, studierte er internationale Weinwirtschaft in Geisenheim. Seine Position im Weingut Salwey hat er erst im Jahre 2011 eingenommen.

    Sein Weintipp:
    2006er Spätburgunder "Baron Philipp"
    Weingut Freiherr von Gleichenstein, Oberrotweil

    Das Weingut der Familie besitzt eine lange Familientradition. Doch erst in den letzten Jahren, seit Johannes von Gleichenstein die Leitung übernahm und kompromisslos auf Qualität setzt, drängte sich das Weingut wieder in den Fokus der Weinwelt. Dabei wird Johannes von seinem Oenologen Odin Bauer unterstützt, ein absoluter Rotweinfanatiker. Odin ist offen für neue oder traditionelle Arten der Weinbereitung und alternative Methoden der Traubenerzeugung. Diese werden ausprobiert und danach auch mutig, gekonnt und mit Verstand angewendet.

    Wanderten die Trauben vom Fuße des Oberrotweiler Eichbergs früher in einfachere Qualitäten, entsteht heute aus ihnen der "High-End Wein" Baron Philipp.
    Der Eichberg gehört seit jeher zu den Spitzenlagen im inneren Kaiserstuhl - allerdings auch zu seinen heißesten. Er stellt einen Kegel dar, der von Südosten nach Südwesten exponiert ist. Die Parzellen des Baron Philipp stehen am Fuße des Eichbergs auf Vulkanverwitterungs- und Vulkanascheboden. Alte Rebbestände, Triebzahlreduzierung, Traubenhalbierung, Freistellung der Traubenzone und natürlich strenge Traubenselektion bei der Lese sind die entscheidenden qualitätsfördernden Maßnahmen. Das Faszinierende an diesem Wein ist jedoch, dieser Konzentration eine belebende Säure sowie ein weiches Tanningerüst zu geben. Odin Bauer vergärt einen Teil der Trauben mit den Rappen. Das bringt dem Wein weitere Tannine und erweitert das Aromenspektrum. Auch in einem schwierigen, fäulnisbedrohten Jahr wie 2006, gelingt ihm mühelos ein facettenreicher, mineralischer und eleganter Burgunder, der seinen ambitionierten Preis zu 100% wert ist.

    Der 2006er zeigt jetzt weiche Gerbstoffe, gut eingebundene Säure, angenehme Süße und sorgt mystisch für leere Gläser auf den Tischen. Man könnte diesen Wein durchaus dekantieren, ich empfehle jedoch die Entwicklung, die der Wein nach dem Öffnen durchmacht, im Glas zu verfolgen. Das Aroma ist einprägsam! Egal zu welcher Tageszeit Sie ihn trinken, werden Sie Aromen von Kirsche, reifer Erdbeere, Zedernholz, Toffee, Menthol und Trüffel entdecken.

    Speisenempfehlung:
    Mit Leber verfeinertes Kaninchenragout, dazu Weißbrot.
    Geräucherte Taubenbrust mit Pfifferlingen und Rosmarinpolenta.

    Glasempfehlung:
    Spiegelau Authentis Rotwein Ballon