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Weintipp Dezember 2015


Weintipp von Lisa Bader

Der Weintipp für Dezember von Lisa Bader,
Sommelière und Restaurantleiterin im „Kronenschlösschen“ in Hattenheim

Lisa Bader hat bereits während ihres Studiums in International Hospitality and Event Management in der Schweiz ihre Liebe zum Wein entdeckt und hat daraufhin, als sie in Frankfurt im Westin Grand Hotel gearbeitet hat, ihren IHK geprüften Sommelier in Koblenz absolviert. Nach der Arbeit im Hotel folgten Stationen wie das auf französische Weine spezialisierte Erno’s Bistro in Frankfurt und das Kronenschlösschen in Hattenheim, in der sie ihre Kenntnisse weiterentwickeln konnte und sich mit vollem Herzen der Gastronomie verschrieben hat.

Ihre Weinempfehlung
2012er Vall Pompo, AOC Collioure vom Weingut Bruno Duchêne aus dem Banyuls

Das Weingut
An der Südgrenze des Roussillons wachsen auf steilen terrassierten Rebhängen über dem Mittelmeer die Trauben für die Weine des überzeugten Bio Winzers Bruno Duchêne. Das Weingut, welches kaum mehr als an eine Garage Winery erinnert, liegt in dem touristisch bekannten Fischerdorf Collioure, welchem die seit 1971 anerkannte Appellation seinen Namen verdankt. Die Böden der 4 Hektar großen Rebfläche sind alle dominiert von Schiefer, verfügen jedoch über genügend unterschiedliche geographische Ausrichtungen und kleinklimatische Differenzen um jedem Wein zusammen mit spezifischen weinbaulichen Methoden seine eigenen charakteristischen Nuancen zu verleihen. Der einstige Pilze Vertreiber von der Loire setzt auf streng ökologische Anbaumethoden, was durch die trocknenden Tramontana Winde unterstützt wird, und verfolgt eine „hands on“ Philosophie, bei der auch die kleinste im Weinberg anfallende Arbeit von Hand bewältigt wird. Dadurch soll bei jedem Wein der eigene individuelle Charakter herausgearbeitet werden, der sich später deutlich im Glas widerspiegelt.

Der Wein
Vall Pompo ist das weiße Pendant zu den drei Rotweincuvées des Weinguts. Die Trauben des reinsortig aus Grenache blanc gekelterten Weines wachsen auf einer Höhe von 300m, was dem Winzer erlaubt trotz des relativ heissen Klimas und der bis zu 300 Sonnentage im Jahr mit der Lese oft bis in den Oktober hinein zu warten. Die zu einem Großteil zwischen 80 und 100 Jahre alt sind und dadurch über ein tiefes und verzweigtes Wurzelwerk verfügen erlauben es den Trauben in ihrer langsamen und relativ langen Zeit am Rebstock die Nährstoffvielfalt des Bodens voll auszuschöpfen. Die Aufnahme der eisenhaltigen Mineralien des wärme- und feuchtigkeitsspeichernden Schieferbodens spiegelt sich in einem stark salzig würzigen Charakter wider, dessen Noten von feuchtem Gestein von einem kleinen Kräutergarten von Salbei über Thymian untermalt und einer dezenten Heu- und Löwenzahnnote begleitet wird.

Die generell geringen Erträge im Collioure, die sich auf etwa 40hl/ha beschränken, tragen neben der intensiven Wärme im Sommer zu einem vielschichten Bukett bei, das, geprägt von Birne und Quitte, einen reifen Charakter von Kernobst bis hin zu dezenten floralen Anklängen weisser Blüten trägt. Der Ausbau in großem Holz zeigt sich in einem fülligen Schmelz ohne von einer Holzaromatik dominiert zu sein und gibt dem Wein den letzten Feinschliff für einen vollen und langanhaltenden Körper.

Trotz der intensiven Komplexität der Frucht wirkt der Wein durch sein straffes und saftiges Säuregerüst nie plump, was er mitunter den relativ kühlen Nächte und den Mittelmeerwinden im im Collioure zu verdanken hat.

Das Glas
Das Glas darf weder zu klein noch zu groß sein. Dem Wein Platz geben, um seine Aromatik entfalten zu können und gleichzeitig dafür sorgen, dass er sich und seine unglaubliche Spannung nicht im Glas verliert. Der Cremona Weisswein Kelch würde eine Option darstellen den Wein in seiner vollen Stilistik zu präsentieren und den vollen Trinkgenuss zu erhalten.

Was gibt es zu essen?
Passend zu der Lage am Mittelmeer unbedingt kräftige Fischgerichte wie Steinbutt, im Ofen mit mediterranem Gemüse im eigenen Sud geschmort, dazu Parmesanrisotto.

 


 

Weintipp November 2015


Der Weintipp für November von Annette Schwarz,
Sommelière und Betriebsleiterin der „Schloss Burg Gastronomiekultur“.

Annette Schwarz ist Sommelière und Betriebsleiterin der „Schloss Burg Gastronomiekultur“ in Solingen. Sie machte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau im Hotel Altenberger Hof in Odenthal, wo der Weinvirus sie infizierte. Nach der Ausbildung blieb sie noch ein Jahr im Betrieb und widmete sich hauptsächlich dem Weinkeller. Als nächste Station folgte das Restaurant Schützenhaus in Remscheid, und dann die Gastronomie in Schloss Burg. Im letzten Jahr legte sie die Prüfung zur IHK geprüften Sommelière ab.

Ihre Weinempfehlung
2011 Welschriesling „Saybritz“ Weingut Franz Weninger, Mittelburgenland, Österreich

Das Weingut
Das Familien Weingut in dritter Generation besitzt mittlerweile 28 ha Rebfläche rund um Horitschon im Mittelburgenland und 22 ha rund um Balf in Ungarn. Zusätzlich werden Trauben der Großcousine aus dem Südburgenland vom Saybritz am Eisenberg verarbeitet. Das Weingut ist seit 2006 biodynamisch zertifiziert. Sorgfältige Bodenbearbeitung und Weingartenpflege sind selbstverständlich und werden an die Mondphasen und die Jahreszeiten angepasst. Das Weingut achtet ebenso auf den Schutz der Natur und bietet Nistkästen in den Weingärten an und pflanzt Bäume, um ein natürliches Gleichgewicht zu erhalten.
Die Lagen um Hortitschon haben überwiegend tiefgründige, mittelschwere bis schwere Lehmböden mit hohen Eisen und Tongehalt. Dort wachsen Blaufränkisch, Merlot, Zweigelt, Cabernet Sauvignon, Sankt Laurent & Pinot Noir.
In Ungarn verfügen Weningers zum Einen über mineralische Böden mit Gneis- & Glimmerschiefer durchsetzt und zum Anderen über Parabraunerde mit hochgradig verwittertem Grundgestein. Auch dort stehen Blaufränkisch, Merlot, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir, aber auch Cabernet Franc, Syrah und Pinot blanc.
Die kleine (gerade mal 0,6 ha) Lage Saybritz  am Eisenberg präsentiert sich mit ganz anderen Böden, hier gibt es blau-grünen Schieferboden und  im oberen Bereich eine ca 20 cm dicke Schicht aus sehr kalkhaltigem  Ton und Lössboden. Dort wachsen nur Blaufränkisch und Welschriesling. Durch die extrem steile und hohe Lage, wird dort alles per Hand durchgeführt, in völliger, ganzjähriger Eigenregie der fast 80jährigen Großcousine, nur zur Lese rückt die ganze Familie Weninger an. Die Weiterverarbeitung erfolgt dann in Horitschon, in 500 l Fässern wird der Wein spontanvergoren.

Der Wein
Der 2011er Welschriesling „Saybritz“ zeigt eine ganz andere Art des Welschrieslings, er ist unglaublich komplex und vielschichtig. Die Aromen bringen am Anfang einen frischen Hauch von Minze und Limette, hintergründig etwas Liebstöckel und Basilikum, aber auch feuchten Stein. Mit etwas Luft entwickeln sich hauptsächlich getrocknete Früchten in der Nase, wie Aprikosen und Pfirsich, aber auch hefige Noten finden sich durch einen Hauch warmes Brot. Am Gaumen präsentiert er sich sehr dicht mit einer schönen straffen Säure und deutlichen mineralische Noten. Der Saybritz sollte nicht zu kalt getrunken werden, er freut sich über Luft und ein bisschen Temperatur und präsentiert dann seine ganze Komplexität. Jeder neue Schluck bringt neue Facetten zum Vorschein oder rückt etwas anderes in den Vordergrund.

Das Glas
Als Glas bevorzugt er eines mit einem großen Kelch, z.B. das Beverly Hills Ballon Glas von Spiegelau. Er braucht die zugeführte Luft und auch den Platz um sein gesamtes Potenzial ausschöpfen zu können.

Was gibt es zu essen?
Ein kräftiges Fischgericht wie z.B: Gebratenes Doradenfilet auf Graupenrisotto mit Pesto & Aprikosenchutney,  aber auch ein leichteres Fleischgericht passen zu diesem Wein hervorragend.

 


 

Weintipp Oktober 2015


Der Weintipp für Oktober von Birgitta Quendler,
Inhaberin und Sommelière Hotel & Restaurant „Die Mühlenhelle“.

Birgitta Quendler betreibt seit 2007 gemeinsam mit Ihrem Mann das Hotel & Restaurant „Die Mühlenhelle“ in Gummersbach mit 1 * Michelin und einer Weinkarte mit 480 Positionen. Davor war sie von 2000 – 2007 als Chef Sommelier und Restaurantleiterin im Restaurant Fährhaus auf Sylt tätig, von 1998 – 2000 hat sie als Commis Sommelière auf Johann Lafer’s Stromburg gearbeitet. Ihre Ausbildung zur Restaurantfachfrau absolvierte sie im Hotel Bareiss in Baiersbronn.

Ihre Wettbewerbsauszeichnungen
1999: 1. Platz Badischer Sommelierwettbewerb
2001 und 2003: Trophee Ruinart Halbfinale & Finale

Die Weinempfehlung
2014: Sölvin Solaris Deutscher Landwein
Abgefüllt für Sylter Weinbau GbR in Hillesheim Schleswig Holstein

Dieser Weißwein stammt vom absolut nördlichsten Weinberg Deutschlands, westlich der Keitumer Kirche in Tinnum auf der Insel Sylt. Der Weinberg ist 0,7 ha groß und wurde 2009 mit Reben der Solaristraube bepflanzt. Diese sind eher frühreif, kleinbeerig und dickschalig. Das Windproblem des etwas raueren Nordseeklimas wird mit einer mobilen Windschutzanlage gelöst, so dass die Trauben den ganzen Sommer in guter Nordseeluft reifen können. Der Ertrag von 2014 liegt bei stolzen 480 Flaschen, die seit diesem Jahr auch erstmalig im Verkauf sind. Selbstverständlich ist hier alles Handarbeit, die Trauben werden sorgfältig von Hand gelesen, auf Sylt gekeltert und in Rheinhessen abgefüllt.

Der Wein
In der Nase zart duftig, blumig und leicht würzig mit Aromen von grünem Apfel, Stachelbeere, gelber Pflaume, Kiwi und Limette. Vegetative Aromen, wie saftig grünes Gras und Estragon, duftige Pfingstrosenblüte. Am Gaumen zeigt sich eine leichte, aber deutlich spürbar süßliche Schmelze, fruchtig, saftig und dennoch leicht. Die fruchtigen Nuancen stehen deutlich im Vordergrund. Ein spritzig leichter Weißwein mit dezenter Fruchtsüße, einfach süffig und unkompliziert zu trinken!! – nicht nur im Strandkorb!

Das Glas
Für diesen saftigen, leichten und unkomplizierten Weine empfehle ich den Spiegelau Authentis Weißweinkelch.

Was gibt es zu essen?
Zarte Fischgerichte und Vorspeisen, z.B.: Lachs, Lachsforelle mit Zitrus, Dill Senf & Gurke, Thunfisch, Kopfsalatsud & Holunderblüte, oder einfach nur Tomate & Mozzarella mit Basilikum.

 


 

Weintipp September 2015


Der Weintipp für September von Rebecca Stein,
Sommelière im Weingut Albert Kallfelz.

Seit 2011 ist Rebecca Stein als Sommeliere im Weingut Albert Kallfelz in Zell-Merl tätig. Ihre Prüfung zur IHK geprüften Sommelière legte sie bei der IHK Koblenz ab. Die Liebe zum Wein, insbesondere zum Riesling, wurde im Romantik-Jugendstilhotel "Bellevue" in Traben-Trarbach, während ihrer zweijährigen Ausbildungszeit, geweckt. Nicht nur der Inhaber Matthias Ganter, sondern auch der erste deutsche Sommelier-Weltmeister, Markus Del Monego, waren dabei treue Wegbegleiter und Unterstützer.
Traben-Trarbach und seine Architekturmeile spiegeln nicht nur Zeugnisse einer ehemaligen Weinhandelsblütezeit wieder, sondern belegen auch den zweitgrößten Weinhandelsplatz um die Jahrhundertwende nach Bordeaux. Nach fünfzehnjähriger Tätigkeit dort, folgte eine weitere, erfahrungsvolle Zeit im Weinhandel, im „Bremer Ratskeller“, bei Ratskellermeister Karl Josef Krötz. Das Herz jedoch blieb der Weinkulturlandschaft MOSEL, treu und so ergab sich die Herausforderung, bei dem Moselaner Urgestein, Albert Kallfelz, als Sommelière tätig zu werden.

Das Weingut
Das Weingut KALLFELZ ist in Zell-Merl im Bereich der Terrassenmosel beheimatet. Zell mit den Ortsteilen Merl und Kaimt liegen an einem der schönsten Flussabschnitte zwischen Cochem und Traben-Trarbach, ungefähr mittig zwischen Trier und Koblenz. Für den Tourismus gewähren die Höhen der Schiefersteillagen eine traumhafte Aussicht ins weitreichende Moseltal.

Weinbau lässt sich bis 1450 zurückverfolgen. Das 1907 gegründete und familiengeführte Weingut wurde 1972 von Herrn Albert Kallfelz übernommen und zählt heute zu den Ausnahme-Weingütern an der Mosel. Mit 85% dominiert der Riesling den betriebsinternen Rebsortenspiegel; Weißburgunder und Rivaner komplettieren das Angebot. 2010 übernahm Dennis Lehmen die Regie als Kellermeister. Jede Menge Enthusiasmus für Steillagen-Riesling und eine mehr als solide Qualitätsphilosophie qualifizieren ihn für diese herausfordernde Aufgabe.

Das Anbaugebiet MOSEL gilt als Deutschlands älteste Weinbauregion. Römer und Kelten brachten vor über 2000 Jahren den Riesling hierher und wussten um dessen Potenzial. Die spät reifende, edle Weißweinsorte findet hier ideale Anbaubedingungen: Die geschützte Tallage macht die Region zu einer der wärmsten Klimazonen Deutschlands. Die steilen Schieferhänge über den Flüssen speichern am Tag die Sonnenwärme und geben sie nachts wieder ab. Kühle Pfahlwinde von Eifel und Hunsrück sorgen für eine natürliche Regeneration der Rebanlagen. Die Wurzeln der Reben dringen metertief in den Boden ein, sehr alte sogar über 10 Meter, um sich mit Wasser und Mineralien zu versorgen. So können aus den handgelesenen Trauben einzigartig feine und fruchtige Weine entstehen, die darüberhinaus durch ihre enorme geschmackliche Tiefe und Nachhaltigkeit, bei einem relativ niedrigem Alkoholgehalt, überzeugen. Ideal für den unbeschwerten Genuss.

Der Wein
2013er KALLFELZ Königslay-Terrassen Grosses Gewächs Die Königslay-Terrassen sind das Kleinod im Weingut Kallfelz, die kleinste und edelste Lage, zu 85% im Alleinbesitz". Dank der Felssporne, die vor dem Wind schützen, entsteht ein mediterranes Mikroklima. Kurzum „Juwel der Natur" und „Herzlage“ des Weingutes von Albert Kallfelz. Es handelt sich um eine Süd-Südwest-Lage mit einer Hangneigung von 68 Grad. Sie bietet dem Riesling optimale Bedingungen für eine langsame Reifung der Trauben, die sich bis Mitte November hinziehen kann. Somit kann nicht nur die physiologische Reife, sondern auch das volle Potenzial ausgeschöpft werden. Die achtzigjährigen Rebbestände, das extrem karge Schieferverwitterungsgestein und die niedrigen Erträge von 30 - 40 hl/ha, tragen zu einem intensiv, strukturierten Wein bei. Der kompakt gebaute Wein offeriert ein feines, ziseliertes Bukett mit Anteilen von Pfirsich, Gala Apfel und weißer Johannisbeere nebst Blüten, etwas Pampelmuse, sowie Honigmelone.
Am Gaumen offenbaren sich geballte Frucht von reifen Aprikosen, Weinbergspfirsich, auch Exotik wie Maracuja, Mango, Litschi, Physalis und zum anderen frische Minze und Zitronenmelisse.
Der Fruchtkörper ist dicht gewoben, klar und reintönig. Spiel, Würze und Komplexität zeugen von einem starken, individuellen Riesling. Die markante, dominierende Schiefer-Eleganz vollendet ein extrem langanhaltendes Finale.
Man sollte dem Wein Zeit schenken, um sich zu entfalten und das volle Potenzial mit all seinen Facetten ausschöpfen - und auf eine ganz besondere Weise schätzen und erleben lernen. Hier kommt eindeutig die Philosophie von Albert Kallfelz zum Tragen: "Vom Idealisten für den Individualisten"

Was gibt es zu essen?
Kräftige Fischgerichte z. B., Bretonischer Steinbutt und Jakobsmuschel, Safranfenchelgemüse und Camargue-Reis.

 


 

Weintipp August 2015


Der Weintipp für August von Irene Goldbach,
Inhaberin und Sommelière „Landgasthaus zur Linde“ in Pliezhausen, bei Stuttgart.

Irene Goldbach absolvierte eine klassische Ausbildung zur Hotelfachfrau in Ihrer Heimatstadt Regensburg. Im Jahre 1989 lernte sie ihren Mann Andreas in München kennen und beide zog es nach Stuttgart.

Mit gerade Mal zwanzig begann ihre Weinleidenschaft auf Schloß Solitude (* Michelin). „Ich musste einen Weinkeller im Jahre 1990 mit über 1200 Positionen einräumen und hatte keinen Schimmer!“ Von da an hieß es bei ihr Wein, Wein und Wein. Ihre erste Sommelier-Stelle trat Sie in der Speisemeisterei an (* *Michelin) von 1993-1998. In dieser Zeit legte sie auch ihre IHK- Prüfung ab und trat in die Sommelier-Union ein. Nach drei Jahren Zirbelstube im Hotel am Schlossgarten (* Michelin) reifte der Entschluss sich selbständig zu machen -  ohne Sternedruck. Seit 2003 führen sie und ihr Mann, mit dem sie immer gemeinsam gearbeitet hat, ihr eigenes Restaurant. Seit Beginn ist es mit einem Stern im Michelin bewertet, der nie ursprünglich eigentlich nie das Ziel war.

Vom Restaurantführer Bertelsmann wurde sie zur Sommelière des Jahres 2000 gekürt.

Die Weinempfehlung
2013 Spätburgunder 48°33`N, 9°23`O Barrique, Schwäbischer Landwein
Weingut Petra Bächner, Dettingen, zertifizierter Öko-Betrieb

Der Winzer
Das erst 2006 gegründete Weingut Bächner mit ca. 1,8 ha liegt am Fuß der Schwäbischen Alb, in einem Weinanbaugebiet, das zu den höchsten Deutschlands gehört. Angeschmiegt an die imposante Burg Hohenneuffen wachsen Weine mit ganz eigenem Charakter. Die Weingärten liegen in einer Verwitterungsschicht des Weißen Jura, die perfekte Ergänzung zum klassischen Pinot Noir. Das etwas kühlere Klima und die verkürzte Vegetationsperiode stellen eine besondere Herausforderung dar. Konsequente Ertragsreduzierung auf nur 25 l/a, schonende Verarbeitung der Trauben und Zurückhaltung in der Ausbautechnik bringen eine besondere filigrane Vielschichtigkeit hervor. Der erste Spätburgunder Jahrgang 2007 konnte bei seinem Debüt auch gleich überzeugen, er erreichte das Finale des Deutschen Rotweinpreises.

Der Wein
Der Jahrgang 2013 war besonders durch den Hagelschaden im Juli der natürlichen Auslese zum Opfer gefallen. 90% der Anlage hatte was abbekommen.

Die rubinrote Farbe zeigt einen klaren Rand. Die ersten Aromen beschreiben ein Spiel von Kirschen, Pflaumen, Schokolade mit Pfeffer. Leichte würzige Noten in Kombination mit reifen roten Früchten und einer feinen Vanille. In der Nase ist der feine Holzton vorhanden, elegant und vielversprechend. Der erste Schluck begeistert. Etwas Luft und dann kommen eine Vielschichtigkeit, ja eine Saftigkeit und ein Potpourri an Aromen, vor allem dann die Sauerkirsche fließt über den Gaumen. Seidige Tannine begeistern vom ersten Schluck an und harmonieren mit einem gut strukturierten Körper und ein guter Nachhall verspricht Freude auf den nächsten Schluck ohne zu erschlagen – Feinheit und Eleganz garantiert.

Das Glas
Wir verwenden dafür Spiegelau Authentis Rotwein Ballon.

Was gibt es zu essen?
Rehrücken im Breznknödelmantel mit einer Rotwein-Pfeffersoße

 


 

Weintipp Juli 2015


Der Weintipp für Juli von Andreas Weber
Maître d`Hotel/Sommelier im Deidesheimer Hof
Der Weinfachmann ist ein Eigengewächs des Hotels „Deidesheimer Hof“. Dort begann er 1996 seine Lehre zum Hotelfachmann. Statt auf Wanderschaft zu gehen, hielt er dem Haus die Treue. Bereits drei Monate nach Beendigung seiner Ausbildung übernahm er 1999 die Leitung des Restaurants „Schwarzer Hahn“ sowie die Verantwortung für den Weinkeller des Hauses. Herr Weber ist heute als Maître d'Hotel/Sommelier im Restaurant Schwarzer Hahn und Sankt Urban u. a. für den kompletten Weineinkauf des Hotels „Deidesheimer Hof“ verantwortlich.
Auszeichnungen:
* Sommelier des Jahres 2012 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
* Sommelier des Jahres 2013 im "Der Große Restaurant & Hotel Guide"

Ihre Weinempfehlung
Sauvignon Blanc Steingebiss 2014, Oliver Zeter – Diedesfeld

Der Winzer
Hinter den Weinen mit dem Bärenetikett stecken die Brüder Christian und Oliver Zeter. Sie bewirtschaften sechs Hektar bester Lagen in der Pfalz. Oliver Zeter absolvierte zunächst eine Winzerlehre und schloss als Weinbautechniker ab. Danach ging es für jeweils ein Jahr nach Italien und Südafrika. Oliver machte anschließend seine Leidenschaft zum Beruf und wurde – zusammen mit Vater und Bruder – Weinhändler und Importeur. Mit der Rückkehr in die Pfalz wuchs der Wunsch, wieder selbst Wein zu machen und zwar Sauvignon Blanc, mit dem er in Südafrika ein Schlüsselerlebnis hatte. Er entdeckte, wie er selbst sagt, dort den bis dahin besten Weißwein seines Lebens. Genau das wollte er nun in der Pfalz ausprobieren.
Heute kommt man, wenn es um deutschen Sauvignon Blanc geht, kaum um Zeter-Weine herum – sei es mit klassischem Ausbau im Stahltank, spontanvergoren im Holzfass oder auch fruchtsüß. Der trinkseelige Bär, der die Etiketten ziert, stammt aus der Feder eines bekannten Pfälzer Malers, der mit Urgroßvater Walter Baer gut bekannt war und seinen Freund 1933 als Bären mit fast menschlichen Zügen - und natürlich Weinglas in der Hand-  portraitierte.

Der Wein
Der Sauvignon Blanc aus der Appenhofener Lage „Steingebiss“ wurde am 20. September 2014 mit einer, wie Olli sich ausdrückt, „sportlichen Mostsäure“, von 12,4 Gramm gelesen. Es folgten zwölf-stündige Standzeit und danach Vergärung im fast 100jährigem 3600 l Holzfass. Es wurde ursprünglich in Mainz als Bierfass gebaut. Seine dementsprechend runde und nicht – wie bei Weinfässern übliche – ovale Form, sorgt für eine große Hefe-Oberfläche und ist durch den langen Hefekontakt bis Mitte März, unter anderem für die überraschend gut eingebundene Säure verantwortlich. Dennoch macht der Wein seinem Namen alle Ehre. Jenseits der , nur einen Moment lang leicht süßlich anmutenden Eindrücke von reifen Amalfi Zitronen (Schale), Zespri Früchten, extrem reifen Stachelbeeren, der Andeutung von gelber Paprika und angetrocknetem Buchsschnitt auf nassem Lehm, ist es doch (Verdammt nochmal!) diese mitreißend frische, von feinen, ätherisch anmutenden Phenolen stabilisierte und mit tiefer Mineralität verwobene Fruchtsäure, die diesen Wein zum unwiderstehlichen Sommer-Verführer macht. Super- sexy und gleichzeitig aristokratisch, vor Fruchtaromen strotzend und trotzdem dezent und subtil…
Gut gesagt Olli – und super gemacht!

Das Glas
Trotz des Ausbaus im Holzfass, der in der Regel dazu führt, dass die Weine sich eigentlich immer über eine etwas größere Oberflache im Glas freuen, empfehle ich diesen ebenso großartigen und komplexen, wie saftigen und süffigen Wein aus einem Glas mittleren bis schlankeren Durchmessers zu genießen. Ein Glas, das sich vom Stiel aus rasch verbreitert und sich nach oben leicht schließt. Frucht und Würze ergänzen sich am schönsten, wenn die Aromen final ein wenig kanalisiert zur Nase gelangen. Im Mund entwickelt sich die große Spannbreite der Eindrücke am besten, wenn man dem bei 8,4 g/l Säure und sensorisch kaum relevanten 2,5 g/l Restsüsse, eher straff angelegten Wein, eine Premiere im weichen Scheinwerferlicht der süß-sensiblen Zungenspitze gönnt. Ästhetisch ansprechend, sensorisch sinnvoll und preislich ansprechend, bietet sich hier besonders der Weissweinkelch der Serie Willsberger Anniversary an.

Was gibt es zu essen?
Seeteufel mit Collatura di Alici, Zitrone, Kapern und Tomatenherzen…
oder…
„…in einem unscheinbaren Restaurant oberhalbe einer Spitzkehre am Sockel des Mont Ventoux gierte ich auf der kleinen Terrasse durch Rosmarinbüsche und den aromensatt flirrenden Abenddunst hindurch nach dem Sonnenuntergang hinter den Dentelle de Montmiraille und aß überirdisch gute Langustinen mit Tomaten und frischem Koriander …“

 


 

Weintipp Juni 2015


Der Weintipp für Juni von Patricia Morozov
Patricia Morozov ist selbständige Weinberaterin und Dozentin mit dem Schwerpunkt Burgund mit Wohnsitz in Köln. In Burgund geboren, hat sie ihren Abschluss als Wein Expertin an der Weinschule der IHK  Koblenz absolviert. Seit 2014 ist Frau Morozov offizielle Chablis Botschafterin in Deutschland sowie offizielle Bourgogne Wines Instructor (Ecole des Vins de Bourgogne in Beaune).

Ihre Weinempfehlung
Chablis Premier Cru Montmains, 2012, Domaine Michel Laroche

Das Weingut Michel Laroche
Der Domaine Laroche zählt zu den bekanntesten Weingütern in Chablis und besitzt bereits seit 1860 die besten Crus in der Region.
Heute bewirtschaftet die fünfte Generation der Familie Laroche über 100 ha Rebfläche in den  Appellationen Petit Chablis, Chablis, Chablis Premier Cru (21,55 ha) und Chablis Grand Cru( 4,56 ha. Blanchots/1,12 ha Les Clos / 0,31 ha Bougrots).
Mit einer naturbewussten Arbeit im Weinberg, minimalen Erträgen für die besten Crus und einer hochqualitativen Kellerwirtschaft zeigen die Weine der  Domaine Laroche stets Finesse und Eleganz.
Das anspruchsvolle, kühle Klima, der einzigartige “Kimmeridge“ Boden , sowie eine optimale Sonnenausrichtung  sind die besten Bedingungen für die Chardonnay-Traube, um eine facettenreiche Weinstilistik zu zeigen.

Der Wein
Der Chablis Premier Cru Montmains gehört zu den 17 Hauptclimats in Chablis, die als Premiers Crus klassifiziert sind. Die Lage befindet sich auf der linken Seite des Flusses Serein. Für die unglaubliche Mineralität  des Montmains ist hauptsächlich der kompakte und kalkhaltige Lehm-Boden mit Meeressedimenten, u.a. fossile Austern „Exogyra Virgula“ aus der Jura Zeit, verantwortlich. Darüber hinaus ist die Süd-Süd-Ost Ausrichtung ein wichtiger Faktor für die optimale Reifenentwicklung der Trauben, die den Weinen eine komplexe Aromatik und Dichte verleiht.
Die Trauben wurden aus dem Lieu-Dit Butteaux geerntet- eine kleine Parzelle im offenen Tal , welche einen Boden mit brauner Lehmschicht besitzt.
Der Wein zeigt eine hell-goldene Farbe mit leichten grünen Reflexen.
In der Nase duftet der Wein unglaublich frisch und spannend mit fruchtigen Aromen von Zitrusfrüchten, Limetten und weißen Pfirsichen, gepaart mit würzigen Aromen von frischen Mandeln , Haselnüssen und der typischen Feuerstein-Note. Der Wein zeigt  einen frischen Charakter, der am Gaumen eine unglaubliche Komplexität entwickelt.
Der frische Auftakt am Gaumen wird unterstützt von einer perfekt ziselierten Säure, sowie einer anhaltenden Fruchtpräsenz von Zitrus, Weißen Früchten, Mandeln und Feuerstein („Silex“), welcher dem Wein eine sensationelle mineralische Struktur verleiht. Es entwickelt sich nach einiger Zeit eine kraftvolle Dichte, bei der sich die zarten Holznoten und Vanilleanklänge-hervorgerufen durch einen neuen monatigen Ausbau „sur Lies“ in französischen Holzfässern-  mit der charmanten Frucht und  dem mineralisch-würzigen Mundgefühl  perfekt vermählen. Das großartige, lange Finale, sowie die Fähigkeit noch lange zu lagern charakterisieren den Premier Cru Montmains von Laroche.
Es ist ein junger Wein, der die hervorragenden klimatischen Eigenschaften des Jahrgangs 2012 sehr gut reflektiert: Frische, Spannung, Finesse, Tiefe, Dichte und Eleganz.

Das Glas
Ein raffinierter und dichtvoller Wein braucht das perfekte elegante passende Glas.
Die Harmonie zwischen erfrischender Säure, feiner Frucht, enormer Mineralität und  kraftvoller Dichte kann sich am besten in einem großem Weinglas ausdrücken.
Mit dem Grand Palais Exquisit Young White Wine erreicht man das perfekte  Chablis-Genusserlebnis von fruchtiger Aromatik und kraftvollem Mundgefühl.

Was gibt es zu essen?
Gratinierte Jakobsmuscheln oder gegrilltes Zanderfilet mit Buttergemüse in Chablis Sauce

 


 

Weintipp Mai 2015


Der Weintipp für Mai von Marion Nagel
Marion Nagel ist Restaurantleiterin und Sommelière bei Björn Freitag im Restaurant Goldener Anker in Dorsten.
Ihre Ausbildung zur Restaurantfachrau absolvierte Sie im Restaurant Fuggerei in Ihrer Heimatstadt Schwäbisch Gmünd. Danach verschlug es Sie auf die Insel Sylt, wo Sie als Chef de Rang im Gourmetrestaurant Jörg Müller tätig war.
Im Sommer 2014 legte Sie erfolgreich die Prüfung zur Commis Sommelière im International Wine Institut in Bad Neuenahr-Ahrweihler, bei Alexander Kohnen, ab. Seit Oktober letzten Jahres ist sie Mitglied des Sommelier Colleges.

Ihre Weinempfehlung
2013 Enkircher Steffensberg Riesling, Weingut Weiser-Künstler, Traben-Trarbach, Mosel

Das Weingut
Traben-Trarbach befindet sich etwa 40 km nordöstlich von Trier und 60 km südwestlich von Koblenz im Tal der Mittelmosel. Der Stadtteil Traben liegt links der Mosel und Trarbach rechts des Flusses auf der Hunsrück-Seite.
Seit 2005 erzeugen Konstantin Weiser und Alexandra Künstler im Einklang mit artenreicher Flora und Fauna sehr besondere Weine.
Derzeit bewirtschaftet das Weingut 3,5 ha ausschließlich mit Riesling bestockte Rebflächen. Es sind alte Reben – ca. 80% davon Wurzelecht, also nicht gepfropft. Die Reben stehen in traditioneller Mosel-Einzelpfahlerziehung auf Schieferböden aus dem Devon. In den besten, terrassierten Lagen findet sich eine uralte, gewachsene Bodenstruktur, die nicht durch schwere Maschinen verdichtet oder umgewälzt wurde.
Die Arbeit im Weinberg erfolgt mit der Natur, nicht gegen Sie. Es wird bewusst auf den Einsatz von Herbiziden verzichtet.
Im Keller sehen sich Konstantin Weiser und Alexandra Künstler nicht als Weinmacher, sondern als respektvoller Begleiter der Entwickelung von der Traube zum Wein.
Natürliche Hefen übernehmen die Vergärung des Mostes und die Weine bekommen Zeit zum Reifen.

Der Wein
Der Steffensberg ist eine spektakuläre steile Südlage hinter dem Enkircher Ortskern, die eisenhaltigste Lage und nicht nur eine der ältesten Parzellenbezeichnung der gesamten Mittelmosel, sondern auch eine historische große Lage, die bereits in der „preussischen Lagenklassifizierung von 1866“ höchst möglich bewertet wurde.  

Das reife Lesegut macht den Wein intensiv und facettenreich. In der Nase präsentiert sich der Wein mit  einer intensiv frischen  Aromatik von Zitrus und grünem Apfel, gepaart mit saftigen Tönen von Orange, Mango und rauchigen Noten von Feuerstein.
Am Gaumen findet man eine Mineralik, die der Wein aus dem Schieferboden in sich trägt und dem Wein eine leichte Salzigkeit gibt. Außerdem spiegelt sich das intensiv saftig-fruchtige Bukett mit einer leichten Bitteraromatik von Grapefruit im Gaumen wieder.
Durch den feinherben Ausbau rundet die dezente Süße die bitteren und salzigen Noten perfekt ab und bringt alles in ein harmonisches Gleichgewicht mit füllig langem Ausklang.  

Ein außergewöhnlicher Wein, in dem Potenzial steckt, der Lust macht und animiert, ein weiteres Gläschen zu genießen.

Das Glas
Für mildfruchtig ausgebaute Rieslinge empfiehlt sich ein Glas mit schmalem Kelch und leicht ausgestelltem Mundrand. In Ihnen kann der zarte Duft komprimierter in die Nase gelangen. Der Rand sorgt dafür, dass Fruchtaromen und Säurespiele auf der Zunge besser wahrgenommen werden.
Meine Empfehlung: Spiegelau Grand Palais Exquisit Rieslingglas.

Was gibt es zu essen?
Kreation vom Lembecker Ziegenfrischkäse mit Mango-Chutney und Wildkräutern.
Aber auch solo an einem schönen Sommerabend auf der Terrasse ein Genuss!

 


 

Weintipp April 2015


Der Weintipp für April von Nicole Vaculik
Bereits während ihrer Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau in einer renommierten Meersburger Weinhandlung, wurde Nicole Vaculik „vinifiziert“. Über die verschiedensten Weiterbildungsmaßnahmen komplettierte sie kontinuierlich ihr Wissen zum Thema WEIN.
Sie folgte ihrer Passion und arbeitet heute international als selbständige Weinfachberaterin und Sommelière.

Ihre Weinempfehlung
Aufricht Grauburgunder trocken – Weingut Aufricht, Baden / Bodensee

Das Weingut
Das Weingut Aufricht liegt inmitten des Meersburger Landschaftsschutzgebietes, in einer Kulturlandschaft in seltenem Einklang von Anmut und Nutzung. Die Weinberge reichen bis direkt an das Bodenseeufer – keine Straße oder Bahnlinie stören die Ruhe.

So empfindet nicht nur die Familie Aufricht, die bereits in der 3. Generation unter einem Dach lebt und sich der Weinkultur liebevoll widmet. So wunderschöne Aussicht auf die Berg- und Seelandschaft diese grandiose Lage bietet, so schwer zu bearbeiten sind ihre Böden. Die schweren Lehmböden, die durch diverse Steinschichten für kalkhaltige Strukturen sorgen, sind bereits zur Gründungszeit des Weinguts, im Jahre 1985, eine große Herausforderung gewesen. Insbesondere widmen sie sich ihrem Steckenpferd, den Burgundersorten. Jedes Jahr sorgen diese Gewächse nicht nur am Bodensee für Furore, sondern überzeugen auch international.

Der Wein
Der Grauburgunder – eines der Steckenpferde der Familie Aufricht. Dieser Wein beweist mir immer wieder, was Grauburgunder am Badischen Bodensee kann. Besonders spannend empfinde ich es, alle drei Kategorien dieses Weines nacheinander zu verkosten.

Der klassische Grauburgunder präsentiert sich mit einem zarten Duft nach Zitrusfrüchten, geprägt mit feinem Mandelduft und einem Hauch von Wiesenblüten. Auf dem Gaumen gelbfruchtig und klar, mit einem langen, frischen Nachhall und Zitrusnoten – sozusagen das Frühlingserwachen.

Der Grauburgunder -1 Lilie- bietet genauso viel Frische und Fruchtpräsenz, allerdings wirkt dieser vielschichtiger und umhüllt den Gaumen mit einer wohligen Fülle nach gelben Fruchtnoten und feiner Würzstruktur. Die Komponenten von reifer Birne und saftigem Apfel, bis hin zu Löwenzahnblüte und weißem Pfeffer, sind intensiver und nachhaltiger.

Der Grauburgunder -3 Lilien- zeigt sich nicht nur strahlend gold-gelb im Glas, sondern betört die Nase mit einem lebendigen Duftspiel aus reifer, gelber Frucht, feiner Exotik und einem ausgeprägten Spiel aus Röstnoten und langem Frischespiel. Ein Vertreter dieser Art, den man Schluck für Schluck langsam genießen sollte.

Das Glas
Aufgrund der Frische und Fruchtintensität, empfehle ich für die beiden ersten Grauburgunder:
Spiegelau Adina Prestige Weißweinglas, welches durch seine einmalige Anpassungsfähigkeit jeden Weißwein bestens präsentiert.

Für den vielschichtig geprägten Grauburgunder -3 Lilien- empfehle ich:
Spiegelau Adina Prestige Rotweinglas (Ballon), damit die Geschmacksfülle dieses Weines voll zur Geltung kommt.
Auf dem Weingut Aufricht fand ich folgenden - und meiner Meinung nach sehr treffenden Spruch: „Flüssiges Gold macht Gläser zu Medaillen für edle Kehlen!“

Was gibt es zu essen?
Besonders typisch für den Bodensee: kross gebratenes Felchen-, oder Kretzerfilet, dazu frisches regionales Gemüse von der Insel Reichenau und Petersilienkartoffeln.

 


 

Weintipp März 2015


Der Weintipp für März von Benjamin Birk
Sommelier und gastronomischer Leiter in der Villa Rothschild in Königstein / Taunus.

Benjamin Birk absolvierte eine Ausbildung zum Restaurantfachmann im Schlosshotel Kronberg im Taunus und arbeitete direkt im Anschluss daran als Commis Sommelier im Arabella - Sheraton Hotel Waldhuuis in Davos. 2005 startete er als Commis/Chef de rang in der Villa Hammerschmiede im Pfinztal und arbeitete sich dort hoch bis zum Restaurantleiter und Chefsommelier. 2009 absolvierte er erfolgreich die Ausbildung bei der IHK Koblenz um IHK geprüften Sommelier. Seit 2013 ist Benjamin Birk in der Villa Rothschild tätig.

Das Weingut - Martin Waßmer:
Der Weinbau hat bei Martin Waßmer eine lange Tradition. Ausbau und Gründung des Weingutes in der jetzigen Form war 1997 mit dem ersten Jahrgang eines Spätburgunders. Seine Leidenschaft galt von Beginn an den Spätburgundern, deren Anteil in der Produktion bei 60 % liegt.

Die Weinberge, die bis zu 35 Jahre alten Rebstöcke, sowie Anlagen mit ca. 12.000 französischen Klonen/ha, befinden sich im Markgräflerland, teilweise mit 50 bis 60 %-igen Steillagen sowie Trockenmauern. Das besondere Terroir spielt mit die wichtigste Rolle bei der Qualität dieser Weine. Diese Bodenbeschaffenheit setzt sich aus kalkhaltigen Böden, Kalkmergel, Kalkverwitterung, sowie rotem Ton zusammen und bildet die Grundlage für einen einzigartigen Wein. Diese Bedingungen finden sich sowohl in den Top-Lagen des Dottinger Castellberges, als auch im Auggener Letten und dem Schlatter Maltesergarten.

Im Weinberg wird größten Wert auf die Gesundheit der Trauben und die Ertragsreduzierung gelegt. Nur aus gesundem, reifem und aromenreichem Lesegut aus dem Weinberg kann auch guter Wein reifen.

Die Lese erfolgt ausschließlich von Hand in 10 kg Kisten. Die Trauben werden anschließend in offenen Holzgärbottichen spontan vergoren. Die Reife der Weine erfolgt 15-16 Monate in Barrique-Fässern bevor sie auf die Flasche gezogen werden.

Das Weingut hat innerhalb kürzester Zeit unzählige nationale und internationale Auszeichnungen und Preise erhalten und zählt mittlerweile zu den Besten des Landes. Höchstbewertungen in den Weinführern Eichelmann und Gault Millau, mehrere 1. Plätze beim Deutschen Rotweinpreis, sowie der Titel "Weingut des Jahres 2013" seien hier stellvertretend erwähnt.

Auch beim sicherlich nicht einfachen Jahrgang 2013 ist es Martin Waßmer in allen Bereichen seiner Weinkollektion gelungen, bemerkenswerte Weine zu produzieren. Ob es nun die leichteren Sommerweine mit Ihren herrlichen Fruchtaromen, oder die etwas kräftigeren Exclusivweine der <SW> Linie sind - alle tragen die typische Handschrift des Winzers und werden die Liebhaber des Weingutes sicherlich wieder begeistern.

Die Spätburgunder-Kollektion von Martin Waßmer steht sowohl in der Basis als auch in der <SW> und <GC> -Linie für reife, fruchtige und kraftvolle elegante Rotweine, die den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen. Die internationalen Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah, runden das Portfolio der Rotweine (hervorragend) ab.

Der Wein:
2011 Pinot Noir <GC>, Dottinger Castellberg, QbA, trocken
In der Farbe dunkles Rubinrot
In der Nase zeigt er sich fruchtig und würzig zugleich, mit Anklängen von Brombeeren und Sauerkirsche, untermalt von feinwürzigen Aromen.

Am Gaumen präsentiert er sich vollmundig und saftig, zeigt ein schönes Aroma von roten Beeren, wie Brombeere, Sauerkirsche und Dörrpflaume, welche die Tanninstruktur filigran und elegant einbinden. Ein ausgezeichneter Wein mit Potenzial.
Analysewerte A: 13,5 Z: 1,8 S: 4,9

Der Pinot Noir <GC> vom Castellberg ist das Paradestück von Martin Waßmer und reift in den extremen Steillagen des Dottinger Castellberges. Die kargen Bodenbeschaffenheiten des Castellbergs mit überwiegend Kalkstein, Muschelkalk und Kalkmergel bringen prädestinierte, sehr mineralische, ausdrucksstarke und elegante Burgunderweine hervor.

Eine Ertragsreduzierung von 20 hl/ha, die Verwendung von ausschließlich gesundem Traubengut, sowie die Tatsache, dass alles in Handarbeit erledigt wird, sind Mosaiksteine für diesen hervorragenden Spätburgunder. Den letzten Schliff holt sich der Wein dann im bis zu 18-monatigen Ausbau im neuen französischen Barrique-Fass.

Was gibt es zu essen:
Rehrücken aus dem Taunus - lackiert
Hokkaido Kürbis · Ginger Beer · Herbsttrompeten

Das Glas:
Dieser Wein wünscht sich ein Glas, dass ihm genügend Raum bietet, um sich entfalten zu können und seine ganze Aromenvielfalt zu zeigen. Aus diesem Grund empfehle ich das Bordeaux Glas aus der Willsberger Collection.

 




Weintipp Februar 2015


DER WEINTIPP FÜR FEBRUAR 2015
von Michael Köhle, er ist Gastgeber und Mitinhaber des neu eröffneten Restaurants "Herz & Niere" in Berlin-Kreuzberg.

Der 28-jährige Schwabe ist in der Gastronomie aufgewachsen. Seine Eltern betreiben ein Hotel und Restaurant in Neukirch, nahe des Bodensees. Direkt nach der Schule zog es Michael nach Freiburg, um seine Ausbildung als Restaurantfachmann im Colombi Hotel zu beginnen. Nach seinem Abschluss folgten Stationen im Restaurant Bareiss in Baiersbronn, der Speisemeisterei in Stuttgart, dem The Ritz Carlton, sowie dem Hugos Restaurant in Berlin, in dem er bis zur Eröffnung seines eigenen Restaurants als Sommelier und Restaurantmanager tätig war. Zu Zeiten seiner Tätigkeit im Restaurant Bareiss wurde Michael auch Teil des Sommelier Colleges der Sommelier Union und lernte Jürgen Fendt kennen, der ihn in Sachen Wein am meisten geprägt hat. Das Herz & Niere Restaurant hat Michael Ende Mai zusammen mit seinem Küchenchef und Geschäftspartner Christoph Hauser eröffnet. Das Restaurant ist bekannt für seine umfangreiche Weinkarte und seinem sehr strikten Konzept. "From Nose to Tail", was sich nicht nur ausschließlich im Fleischbereich zeigt. Aus 200kg Quitten wurden 30l Saft, 15l Essig, 7l Likör und 50 Laibe Brot produziert. Auch bei Obst und Gemüse wird die ganze Frucht verwertet.

Seine Weinempfehlung:
2011 Stich den Buben Spätburgunder, Weinfamilie Fendt, Baden

Der Winzer
Jürgen Fendt, eigentlich Sommelier im Restaurant Bareiss in Baiersbronn, hat sich 2001 seinen Traum vom eigenen Wein und Weinberg verwirklicht. Begonnen hat das Abenteuer an der Mosel. 2009 kamen dann Weinberge in der Ortenau, vor den Toren von Baden-Baden hinzu, die er mit seiner Frau Maren bewirtschaftet. Spezialisiert haben sich die beiden auf Spätburgunder und Riesling im trockenen Bereich, an der Mosel edelsüße Rieslinge. Mittlerweile wird auf knapp 2,8 ha Wein angebaut. Zu den Lagen gehören neben dem "Stich den Buben" auch der Neuweirer Altenberg und Altschweirer Sternenberg.

Der Wein
Der Spätburgunder zeigt sich kräftig kirschrot im Glas. Der Wein wurde eine Stunde vor Genuss geöffnet und bei 16 Grad Celcius eingeschenkt. Die erste Nase duftet nach Schlehen und Süßkirschen. Nach dem ersten Schwenken kommen weitere Aromen von Koriandersamen, Tabak und Brombeere hinzu. Im Mund entfalten sich die Aromen, knackige Tannine, sowie eine feine Säure die sehr animierend wirkt. Der Spätburgunder ist sehr lang im Abgang. Nach einer halben Stunde im Glas verstärken sich die Gewürzaromen und der Wein zeigt sein volles Potential.
Der Wein wurde 2 Wochen auf der Maische vergoren und anschließend 12 Monate in gebrauchten Barriques ausgebaut.

Das Glas
Der Fendt-Spätburgunder hat mir am besten aus dem Burgunder Pokal der Grand Palais Exquisit Serie gefallen. Das große Glas hat genug Oberfläche um dem Wein genügend Platz zum entfalten und atmen zu geben. Die tiefgründigen Aromen zeigen sich nach mehrfachen schwenken sehr intensiv und entlocken dem Wein eine tolle Vielschichtigkeit. Das Glas lässt sich auch gut anfassen und gefällt in der Hand.

Was gibt esen?
Zu diesem Wein gerne klassisch: Zweierlei vom Reh aus der Schorfheide, geschmorter Hals & rosa Keule, Hagebutte & Urkarotte. Sollte es jemand fleischlos mögen: ganzer Topinambur im Ofen gegart, Topinambursud und mit Kernöl marinierter Topinambur.

 




Weintipp Januar 2015


DER WEINTIPP FÜR JANUAR 2015
von Radka Pölking, IHK geprüfte Sommelière

Jahrzehnte lange Erfahrung in der Sternegastronomie, sowie die Liebe zum Wein und dem Besonderen, haben ihren beruflichen Weg geprägt. 1975 nahe Prag geboren, begann sie ihre Karriere 1995 in Hamburg, zunächst im Service für internationale Staatsgäste bei DASA Airbus, danach für das fünf Sterne Privathotel Lindtner als Chef de rang. Zwei Jahre später ging sie als Oberkellnerin auf das Kreuzfahrtschiff MS Columbus von Hapag Lloyd.

Wieder nach Hamburg zurückgekehrt, zog es sie auf den Süllberg in das 1* Michelin Restaurant Seven Seas zu Karlheinz Hauser, wo sie als stellvertretende Restaurantleiterin ihre Kenntnisse weiter perfektionieren konnte. Die exquisite Küche und die überaus umfangreiche Weinkarte haben ihr Ziel, Sommelière zu werden, besiegelt. Dort arbeitete sie auch mit den Weingütern von Brogsitter zusammen, übrigens der Exklusiv-Importeur von Caballo Loco in Deutschland.

2010 hat Radka Pölking sich ihren langjährigen Traum erfüllt und die Ausbildung zur IHK geprüften Sommelière erfolgreich absolviert. Sie arbeitet zurzeit als selbständige Sommelière in Rheinbach.

IHRE WEINEMPFEHLUNG:
CABALLO LOCO, VINA
VALDIVIESO, CHILE

DER WINZER:
Valdivieso ist eines der ältesten Privat-Weingüter Chiles und seine Geschichte geht bis auf das Jahr 1879 zurück. Der Gründer, Alberto Valdivieso, hat sich als erster Winzer in Südamerika auf die Herstellung von Schaumweinen spezialisiert.

100 Jahre später begann das Unternehmen mit der Herstellung von stillem Wein. Valdivieso Weine triumphieren heute auf wichtigen Märkten der Welt und sind erfolgreich bei internationalen Wettbewerben. Die Weingärten liegen im Herzen der Weinbauregionen Valle de Maipo, Maule, Rapel und Casablanca. Die geografische Lage am Fuß der Anden macht chilenische Weine einzigartig.

Die Weine sind trotz hohem Alkoholgehalt fruchtig und elegant mit feinem, mineralischem Schliff.

DER WEIN:
Dieser Vollblut-Chilene ist aus Cabernet Sauvignon, Malbec, Syrah und Carmenere Trauben gekeltert. Die Trauben werden von Hand gelesen und stammen aus den besten Parzellen des Landes von 50 Jahre alten Rebstöcken. Der Caballo Loco reift 18 Monate in französischen und amerikanischen Eichenfässern und wird im klassischen Solera-Verfahren hergestellt, deshalb ein Wein ohne Jahrgang. Im Glas scheint seine dunkle, granatrote Farbe mit violetten Reflexen zu leuchten. In der Nase eröffnen sich zuerst viele intensive Fruchtaromen, wie schwarze, reife Kirschen, Cassis und Dörrpflaumen. Diese werden von einer fantastischen Röstaromatik untermalt.

Balsamische Aromen wie Cayennepfeffer, Zigarre und ein Hauch von Mokka machen diesen Wein unwiderstehlich. Am Gaumen ist der Wein unglaublich weich, komplex mit feinkörnigen Tanninen. Er wirkt sehr präzise und ist sehr gut ausbalanciert. Caballo Loco ist eindrucksvoll, wuchtig und spannend. Ein Wein mit langem Nachhall und einem hohen Reifepotenzial.

DAS GLAS:
Ich empfehle den Wein im Rotwein Ballon aus der Hybrid Serie von Spiegelau zu genießen. Das Glas hat eine gute Höhe und sieht elegant aus, bietet genug Raum zur Bewegung und Entfaltung des Weines. Seine Form wird nach oben schmaler und damit lässt sich die opulente Aromatik von Caball Loco gut zähmen WAS GIBT ES ZUM ESSEN?
Rinderfilet mit Süßkartoffel-Steinpilzespuma, Rotweinschalotten & kräftiger Jus.






Weintipp-Archiv

Zu den Weintipps aus dem Jahr 2014

Zu den Weintipps aus dem Jahr 2013

Zu den Weintipps aus dem Jahr 2012